In Poppenbüttel im Hohenbuchenpark wird mit einer Gedenktafel Andrzej Szablewski gedacht. Er war ein polnischer Zwangsarbeiter, der in Hamburg ums Leben kam.

Am Kindergarten Hohenbuchen gibt es seit 2016 einen Stolperstein für Andrzej Szablewski.

Gedenktafel Andrzej Szablewski

Die Gedenktafel findet ihr im Hohenbuchenpark in Poppenbüttel. Am Kindergarten gibt es noch den Stolperstein für Andrzej Szablewski.

Gedenktafel Andrzej Szablewski

Das Leben von Andrzej Szablewski

Andrzej Szablewski ist in Polen am 03.01.1913 in Stary Radziejów geboren. Seine Ermordung fand am 13.03.1942 in Hamburg statt. Er ist mit 5 Geschwistern aufgewachsen. In der Kindheit begann er bereits auf dem Bauernhof seiner Eltern mitzuhelfen. 1940 heirate er die 16-jährige Irena Malicka.

Im Laufe des Zweiten Weltkriegs verschleppten die Nazis ihn zusammen mit einem Bruder und einem Bekannten gewaltsam nach Hamburg. Sie sind dann auf dem Gut Hohenbuchen in Poppenbüttel zur Zwangsarbeit eingesetzt worden. In der Zeit hat er mehrfach vergeblich versucht seine Frau nach Hamburg zu holen. Dafür ließ er seinen Bruder Briefe schreiben, da er selber nicht schreiben konnte.

Auf dem Gut Hohenbuchen lernte Szablewski die Deutsche Hildegard Lütten kennen. Diese wurde von der Leitung des Guts, NSDAP-Ortsgruppenführer Walter Grimm, sexuell belästigt. Sie stand Grimm dabei sehr ablehnend gegenüber. Grimm wurde darauf wütend und unterstellte Szablewski und Lütten eine Liebesbeziehung zu haben. Dieses verboten die Nazis generell, weshalb beide inhaftiert wurden.

Unter Druck legte Hildegard Lütten ein Geständnis ab, welches ihr dann 3 Jahre im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück einbrachte. Andrzej Szablewski musste ab August 1941 in das KZ Fuhlsbüttel. Am 13.03.1942 wurde er dann um 13:15 Uhr erhängt. Seine Witwe erhielt noch im selben Jahr die Mitteilung über seinen Tod, in der im die Affäre mit der Deutschen Frau vorgeworfen wurde.

Nach Szablewski Tod

Nach dem Kriegsende gab es zum Tod von Andrzej Szablewski ein Gerichtsverfahren. Die britischen Militärregierung verurteilte in diesem Gerichtsverfahren die Gutsleitung Walter Grimm zum Tode. Die Witwe von Andrzej Szablewski, welche übrigens erst 2007 verstarb, bekam erst im März 2003 die Information, dass die Beziehung zwischen ihrem Mann und Hildegard Lütten frei erfunden war und es ein Grab auf dem Friedhof Ohlsdorf gibt.

Der Ehemann von Hildegard Lütten reichte im Krieg die Scheidung ein. Seine Frau hatter dazu nicht kontaktiert. Hildegard Lütten heiratete nach dem Kriegsende erneut und nahm den Namen Lüdemann an. Eine offizielle Rehabilitierung für Lütten/Lüdemann gab es nicht.


Konrad

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