Elfriede Lohse-Wächtler Rosengarten

Der Elfriede Lohse-Wächtler Rosengarten auf dem ehemaligen Krankenhausgelände Friedrichsberg erinnert an die von den Nazis ermordete Künstlerin Elfriede Lohse-Wächtler.

Auch im Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt es einen Stein in der Erinnerungsspirale. Hier gibt es ein paar Informationen zur Person Elfriede Lohse-Wächtler und ihre Geschichte.

Der Elfriede Lohse-Wächtler Rosengarten

1929 war Elfriede Lohse-Wächtler im Krankenhaus Friedrichsberg. Im Erinnerung an Sie wurde 75 Jahre nach ihrer Behandlung an diesem Ort der Rosengarten nach ihr benannt. Außerdem wurde eine Gedenktafel errichtet.

Elfriede Lohse Waechtler Rosengarten Gedenktafel
Gedenktafel
Elfriede Lohse Waechtler Rosengarten Rosen
Der Rosengarten, nicht mehr in seiner vollen Blüte
Elfriede Lohse Waechtler Rosengarten Brunnen
Der Brunnen im Rosengarten

Nachfolgend erfahrt ihr etwas aus ihrem Leben, welches mich wirklich fassungslos zurücklässt. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie Menschen auch heute einer so kranken Ideologie wie von den Nazis hinterherlaufen können.

Die Geschichte

Das Leben der Elfriede Lohse-Wächtler

Sie ist am 4. Dezember 1899 als Anna Frieda Wächtler in Löbtau geboren. Sie war Malerin der Aventgarde und wurde am 31. Juli 1940 in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein im Rahmen der Euthanasie-Aktion T4 durch die Nazis ermordet.

Mehr Informationen zur Aktion T4

Aktion T4 ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland von 1940 bis 1945 unter Leitung der Zentraldienststelle T4. Diese Ermordungen waren Teil der Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus mit über 200.000 Opfern.

Neben rassenhygienischen Vorstellungen der Eugenik sind kriegswirtschaftliche Erwägungen während des Zweiten Weltkrieges zur Begründung der Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ herangezogen worden. Gleichzeitig mit ersten kirchlichen Protesten wurden die Tötungen nach „Leerung“ ganzer Anstaltsteile von „Heil- und Pflegeanstalten“ (vor 1934 gewöhnliche Bezeichnung: „Irrenanstalt“) seit 1942 nicht mehr zentral, sondern weniger offensichtlich und dezentral fortgesetzt.

„T4“ ist die Abkürzung für die Adresse der damaligen Zentraldienststelle T4 in Berlin: Tiergartenstraße 4. Zu Beginn der Aktion befand sich die Dienststelle im Columbushaus.

Quelle Wikipedia: Mehr zur Aktion T4

Die ersten Jahre ihres Lebens

Anna Frieda Wächtler ist als Tochter eines gutbürgerlichen Elternhauses aufgewachsen und gab sich später selber den Namen Elfriede. Sie ist bereits mit 16 Jahren aus dem Haus ihrer Eltern ausgezogen.

Sie besuchte von 1915 bis 1918 die Königliche Kunstgewerbeschule Dresden sowie zusätzlich von 1916 bis 1919 die Dresdner Kunstakademie. Nach dem Abschluss verdiente Sie ihr Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Illustrationsarbeiten, Batiken sowie Postkaren.

Die Ehe mit Kurt Lohse

Mitte 1921 heiratete Sie den Künstler Kurt Lohse und zogen nach der Zwischenstation Görlitz 1925 nach Hamburg. Die Ehe verlief nicht ohne Probleme und es folgten mehrere Trennungen in den Jahren.

Elfriede Lohse-Wächtler beteiligte sich am Ende der 1920er an mehreren Ausstellungen der Neuen Sachlichkeit.

Mehr Informationen zur Ausstellung Neue Sachlichkeit

Die Ausstellung Die Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus fand vom 14. Juni bis 18. September 1925 in der Kunsthalle Mannheim unter der Leitung des damaligen Direktors Gustav Friedrich Hartlaub statt. Die Ausstellung prägte den Namen für die Kunstströmung Neue Sachlichkeit der 20er- und 30er-Jahre. Ab Oktober 1925 war die Ausstellung in jeweils veränderter Form in weiteren Städten zu sehen: Vom 18. Oktober bis 22. November wurde sie im Sächsischen Kunstverein in Dresden gezeigt, zum Jahreswechsel 1925/1926 im Städtischen Museum Kunsthütte in Chemnitz, im Februar 1926 im Erfurter Kunstverein und danach ein letztes Mal im Kunstverein Dessau.

Quelle Wikipedia: Mehr zur Ausstellung Neue Sachlichkeit

Nervenzusammenbruch von Elfriede Lohse-Wächtler

Im Jahr 1929 wurden die Eheprobleme und die materiellen Probleme zu viel. Sie erlitt einen Nervenzusammenbruch. Sie musste in das Staatskrankenanstalt Friedrichsberg eingewiesen werden. In der Zeit im Krankenhaus entstanden sehr viele Zeichnungen und Pastellen, überwiegend Porträts von anderen Patienten.

Nach der Genesung folgte die abschließende Trennung von Kurt Lohse. Sie erlebte nun eine sehr kreative Phase und malte sehr viele Bilder, unter anderem vom Hamburger Hafen, von Arbeitern und des Prostituiertenmilieus sowie von sich selbst. Sie lebte in Armut, da die Einnahmen aus Kunstverkäufen und Ausstellungsbeteiligungen kaum zum Leben ausreichten. Aufgrund der finanziellen Probleme und wegen immer weiter fortschreitender Vereinsamung, kehrte Sie 1931 in ihr Elternhaus in Dresden zurück.

Diagnose Schizophrenie

Die seelische Verfassung verschlechtere sich zusehens. 1932 wurde Elfriede Lohse-Wächtler von ihrem Vater in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Arnsdorf eingewiesen. Hier wurde dann auch Schizophrenie diagnostiziert. In den folgenden 3 Jahren war sie weiterhin künstlerisch tätig.

Im Mai 1935 kam es dann zur Scheidung von Kurz Lohse, worauf dann eine Entmündigung wegen „unheilbarer Geisteskrankheit“ folgte. Sie verweigerte die Einwilligung zur Sterilisation, weshalb Sie die Pflegeanstalt nicht mehr verlassen durfte. Doch nur ein halbes Jahr später wurde im Rahmen der nationalsozialistischen Eugenik eine Zwangssterilisation durchgeführt.

Mehr zum Thema Eugenik im Nationalsozialismus

Die Nationalsozialistische Rassenhygiene (oder NS-Rassenhygiene) war die zur Zeit des Nationalsozialismus betriebene Radikalvariante der Eugenik. Die praktische Umsetzung erfolgte durch den Einfluss auf die Wahl der Geschlechts- und Ehepartner durch die Nürnberger Rassengesetze und Eheverbote, durch Zwangssterilisationen bei verschiedenen Krankheitsbildern und Bevölkerungsgruppen, durch Zwangsabtreibungen bis zur „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ durch Mordprogramme wie die „Aktion T4“ beziehungsweise die so genannte „Kinder-Euthanasie“ im Rahmen der Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus.

Quelle Wikipedia: Mehr zum Theme Nationalsozialistische Rassenhygiene

Die Ermordung von Elfriede Lohse-Wächtler

Nach der Zwangssterilisation war ihr Kreativität endgültig zerstört. 1940 ist sie dann in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein deportiert worden. Diese war in der Realität aber eine Tötungsanstalt. Hier wurde Elfriede Lohse-Wächtler dann von den Nazis auf Grundlage der nationalsozialistischen Euthanasie-Aktion T4 ermordet. Offiziell wurde Lungenentzündung mit Herzmuskelschwäche als Todesursache genannt.

Von 1940 bis 1941 wurde in dieser Tötungsanstalt 13.720 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen vergast.

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