Duisburg Away – Auswärtssiege sind schön!

Banner Spielbericht des FC St. Pauli

Pünklich um 4 Uhr klingelte der Wecker. Es war mal wieder Zeit für einen Ausflug zu den Zebras aus Duisburg.

Schön den unwilligen Körper zur U-Bahn gezerrt und dann ab zum Hauptbahnhof. Endlich mal wieder eine Regiotour über Niedersachsens Grenzen hinweg.

Am Fahrkartenautomat dann die erste Ernüchterung. Die bekackte Bahn hat das Schönes-Wochenendticket seit meiner letzten Regiotour drastisch im Preis erhöht. Statt 5 können nun 2 Leute für 44 Euro reisen. 4 Euro kostet jede weitere Person. Nachträgliche Recherchen haben ergeben, dass ist bereits seit Winter 2014 so… bin wohl schon länger nicht mehr mit der Regio in den Pott gefahren. Nun ja, also direkt mal ne 4er Karte aus dem Automaten gezogen und ab zum Metronom.

Ich gebe zu, ich war unvorbereitet. 😀

Abfahrt mit den Kollegen von OCSP war dann pünktlich um 6:01 Uhr. Pünktlich ist immer gut. Metronom-typisch muss man allerdings immer wieder feststellen:

Die Tour war sehr entspannt und ab Hannover haben wir uns dann für ein neues Reisemotto entschieden. Dieses hieß dann: Mehr Bier!

 

In Minden noch mal einen weiteren MFCler eingesammelt, welcher uns mit Biernachschub versorgte. Mehr Service geht nicht.

Quasi pünklich kamen wir dann auch schon in Duisburg an. Die Hinfahrt verging wie im Flug.

Mit einem fröhlichen „Siamo Tutti Antifascisti“, welches auch von einigen Duisburgern mitsupportet wurde, ging es in die S-Bahn.

Auf ging´s zum Stadion. Einige Mitreisenden hatten leider keine Steher mehr bekommen und einfach so in die Stehbereiche reinsteppen fand der Ordnungsdienst leider nicht so geil. Also mussten wir getrennt das Spiel schauen.

MSV Duisburg gegen den FC St. Pauli

Meine Ansage war vor dem Spiel ein 0:2 oder 0:5, ggf. mit einem Hattrick von John Verhoek. Die zwei Halbzeiten waren dann aber so ein zäher Kick, dass ich mir ein furioses 0:5 leider frühzeitig abschminken konnte.

Mit einer Doppelspitze und einer komplett neuen Innenverteidigung, ohne echte Innenverteidiger, taten sich unsere Jungs recht schwer das Spiel zu dominieren. Überragende Torchancen gegen den Letzten der Tabelle gab es es selten. Die meisten davon gefühlt in den letzten 5 Minuten, nachdem Duisburg hinten aufmachen musste, da Marc Rzatkowski (wer denn momentan auch sonst!) in der 64. Minute sein 6. Saisontor erzielt hat. Soviele wie Lenny bisher in der Saison.

Marc Rzatkowski blüht im Jahr 2016 wieder richtig auf, nach seiner kleinen Schaffenskrise Ende letzten Jahres. In Summe kann man sagen, er spielt die Saison seines Lebens. Gut für alle Beteiligten, außer unseren Gegnern, versteht sich von selbst.

Mein 0:2 Tipp hat dann tatsächlich in der 94. Minute niemand anderes als John Verhoek erzielt. John Verhoek… JOHN VERHOEK! Kaum einen Spieler gönne ich es aktuell mehr! Vielleicht kann er jetzt ja noch mal richtig befreit aufspielen und noch ein paar Dinger machen und uns so vielleicht ein wenig von Liga 1 träumen lassen. Auf gehts John!

Scheiß Spiel gewonnen, Stimmung im Block nur mäßig, aber die 3 megawichtigen Punkte geholt und so den Anschluss an die Fürther Vorstadt gehalten.

Die Tour war also jetzt schon ein voller Erfolg.

Ein kurzes Wort noch an die Fans, die vom Gästeblock aus gesehen rechts in der Duisburger Fankurve stehen. Ihr macht mich sehr traurig! Wie kann man nur in der Halbzeit eine Blockfahne mit Werbung darauf hochziehen? Das ist für Fußballfans meiner Meinung nach unwürdig! Reicht es nicht das die Vereine notgedrungen schon Werbepartner haben müssen? Lass euch nicht für so einen Scheiß instrumentalisieren, ihr kommt doch nicht aus Leipzig!

Dinge, die uns wütend machen: Bahn, Bullen und Minden

Der Rückweg war ziemlich krank, aber wir kamen planmäßig in Hamburg an. Aber erst mal von vorne..,

„Hier im Ruhrgebiet, feiern wir den Auswärtssieg…“ singend marschierten wir zügig zur S-Bahn, um am Duisburger Hauptbahnhof unseren Zug um 16:14 Uhr nach Minden zu bekommen. Um 16:03 Uhr sollte die S-Bahn fahren. Umsteigezeit war knapp aber lässig. Bis es dann hieß, die S-Bahn hat rund 5 Minuten Verspätung. Es blieb also Zeit über Essen nachzudenken.

Wie auch immer das passiert ist, aber irgendwie kam das Thema „Heiße Hexe“ auf. Wir alle so: Whaaat? Wir wollen Essen, nix nen Mädel. Wir unwissenden wurden dann erst einmal aufgeklärt. Damit ihr nun also bei „Heiße Hexe“ nicht an Sex oder sowas schmutziges denkt, hier einmal die Aufklärung:

Heiße Hexe ist der Markenname für ein ehemaliges Convenience-Food-System der Unilevertochter Langnese-Iglo, das von Ende der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre in Deutschland populär war. Ein ähnliches System gab es auch von Schöller unter der Marke Hot Shop.

Bei dem Konzept handelte es sich um einen mit Mikrowellentechnik bestückten Automaten, der eine Auswahl von 13 Fertiggerichten wie Hamburger, Cheeseburger und Hot Dogs bot. Ende der 1980er Jahre wurden etwa 10.000 Geräte verkauft oder verleast. Das Zubereiten fremder Produkte in diesem Automaten zog Konventionalstrafen nach sich. Ziel war es sich Marktanteile am damals wachsenden Fast Food-Segment zu verschaffen, indem vor allem kleinere Betriebe wie Kioske, Trinkhallen und Tankstellen ohne eigene Küche beliefert wurden. Heute bietet das Unternehmen unter der Marke weiterhin Tiefkühlprodukte für den heimischen Mikrowellenherd an.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hei%C3%9Fe_Hexe

Die Vorstellung von 20 Jahre Jahre alten Hot Dogs und Burgern aus dem Automaten war bzw. ist eckelhaft. Ein Glück kam irgendwann die Bahn und wir konnten das Thema beenden.

Am Hauptbahnhof angekommen, wurde es hektisch, da noch ein Rucksack eingeschlossen war. Der Kollege also im Sprint zu den Schließfächern und quer durch den gesamten Bahnhof wieder zurück zum Gleis 10. Mit dem Türschließen stiegen wir dann in die sehr gut gefüllte Regionalbahn ein. War knapp, aber Abschnitt 1 erfolgreich gemeistert. Die Versorgung mit flüssiger und fester Nahrung musste leider ausfallen. Uns fehlten die rund 5 Minuten durch die S-Bahn Verspätung.

Wir so: Naja, doof, aber easy, in Minden kann man locker bei 37 Minuten Umsteigezeit was besorgen.

Die ewig lange Fahrt bis Minden wurde damit verbracht, dass wir mit unseren Mindener Kollegen klärten, was wir uns alles schönes vor Ort gönnen. Essen und Trinken – die Erwartungen waren groß! Selbst die 5-10 Minuten Verspätung durch eine Umleitung um Bochum und Wattenscheid herum (wer will da auch schon freiwillig hin?) haben uns ja zeitlich nicht in große Sorge versetzt.

Der Mindener versuchte uns zwar die Illusion von Minden als das Schlaraffenland für unterversorge Fußballfans zu zerstören, bei einem aus der Gruppe sogar sehr erfolgreich, aber wir hätten uns inzwischen auch mit ner Bratwurst aus dem Automaten und einem flüssigen Käsebrot von der Tankstelle begnügt. Mehr bekommt man scheinbar Sonntagabend in Minden nicht. Kurz überlegt Pizza oder Griechisch zu bestellen und an den Bahnhof liefern zu lassen. Aber die hätten uns wahrscheinlich (zu unrecht) nicht ernst genommen. 😀

Wir eierten mit der Regionalbahn dann so durch den Pott, und dann kam Bielefeld. Ein Ort, den es gar nicht gibt voller Menschen die uns kacke finden. Fußballfans, Polizisten und alle anderen bestimmt auch! Die Bahn fuhr erst mal nicht mehr weiter, gefangen in diesem surrealistischen Ort des Grauens. Und dann rannten plötzlich ein paar Hooligan-Arminia-Bielefeld-Fan-Polizisten in halber Kampfausrüstung durch den Zug und stellten Sherlock-Homes-mäßige Ermittlungen an. In unserem Waggon sah das wie folgt aus:

2 Hooligan-Arminia-Bielefeld-Fan-Polizisten in halber Kampfausrüstung rannten megaböse guckend durch das Abteil. Am hinteren Eingang war ein defektes und dauerhaft verschlossenes WC. Neben megaböse gucken war die einzige Handlung diese Tür mit viel Lärm zu öffnen und das Defekt-Schild von der Tür abzureißen. Großartig. Fast wie ein echtes SWAT Team die Jungs. Vielleicht muss man aber auch die Polizei hinzuziehen, um defekt Klos zu öffnen, man weiß es nicht genau.

Auf jeden Fall war der ganze Scheiß unnötig wie nix anderes, dafür konnten wir nun das kaputte Klo benutzen statt immer uns durch einen weiteren Waggon schlengeln zu müssen. Ist ja auch was praktisches! Die Polizei, dein Freund und Helfer!

Nach der krassen Ermittlungsarbeit, die Toto und Harry nicht besser hinbekommen hätten, sind die Bullen dann auch wieder aus dem Zug, ohne irgendein Ergebnis.

Nun gut, aus den rund 5-10 Minuten Verspätung wurden nun sehr solide 25-30 Minuten Verspätung. Kurz mal überschlagen, rund 5-10 Minuten von ursprünglich 37 Minuten Umsteigezeit blieben über. Tschüss Tanke, tschüss Würstchen-Automat. 10 Minuten reichen maximal um kurz in den Bahnhof rein zu laufen und zu prüfen, ob der Kiosk noch auf hat und notfalls was zu Trinken aus dem Snackautomaten zu holen. Besser als nix, aber nicht sehr befriedigend.

Aber nix da, nicht mit der Deutschen Bahn! „Für euch gibt es heute nix mehr“ war wohl die Bahn-Rückfahrt-Motto-Tour am Sonntag. Man fuhr ganz bestimmt mit Absicht langsam und so kam es, dass wir den Bahnhof Minden anfuhren mit 33 Minuten Verspätung. 4 Minuten Umsteigezeit bleiben uns. Überlegten einen kurzen Kiosksprint hinzulegen, da wir inzwischen halb am Verdursten waren. Ob Wasser, Grünen Ingwer Tee oder Bier war uns inzwischen vollkommen egal. Wir waren verzweifelt.

Und dann blieb die Bahn 4 Minuten vor unserer Abfahrt nach Rotenburg (Wümme) VOR dem Bahnhof stehen. Es erklang die Stimme des Grauens:

„Da in Minden momentan alle Bahngleise belegt sind, verzögert sich unsere Einfahrt noch um ca. 3-5 Minuten“

Auch die letzte Hoffnung auf Flüssigkeiten sind nun gestorben. Die Bahn fuhr ein, wir haben gerade so noch den Milchkannenexpress nach Rotenburg bekommen. Ein Glück qäult uns dieser Streckenabschnitt auch nur rund 1:45 Stunden. Mehrere andere Leidensgenossen flehten uns förmlich nach was zu trinken an… denen war inzwischen auch vollkommen egal, was!

Wir kamen mit fußballfremden Personen ins Gespräch. Ein Pärchen war total nett und hat uns seine letzte Dose Energy vom Dosenclub aus Leipzig angeboten und ein paar Duplos. Es gibt also noch Menschen, die in uns Fußballfans nicht nur Verbrecher sehen. Auch mal eine schöne Erfahrung. Also hatte jeder dann mal einen Schluck, die Dehydrierung konnte erst mal etwas gebremst werden. Aber der Bedarf war noch lange nicht abgedeckt. Jeder von uns hätte locker 5 Liter Wasser mit einem Zug wegschlürfen können. Aber wir mussten uns gedulden.

Nach einer elendig langen Fahrt kamen wir pünktlich in Rotenburg an, der Metronom kam dann auch 10 Minuten später. Innerhalb von 2 Minuten hat sich dann eine lange Schlange vor dem Snackautomaten im Metronom gebildet. Rund 20 Leute hatten Durst, es gab Kaffee, Cola und Bionade. Das war uns alles egal, solange es nur flüssig war.

Der Metronom fuhr uns sehr pünklich nach Hamburg, so dass wir in etwa 21:45 Uhr in Hamburg angekommen sind. Komplett erschöpft aber überglücklich ging es nun nach Hause. Wasser in Mengen in den Körper kippen! 😀

Auch wenn der Rückweg nicht so klingt, hatten wir auch auf diesem Weg viel Spaß! Man macht halt das Beste aus der Situation. Geile Tour Jungs!

In diesem Sinne:

Hier im Ruhrgebiet,
feiern wir den Auswärtssieg,
immer weiter vor,
schieß für uns eine Tor!

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