Letztes Wochenende ging es mit unserer neuen Campingkarre endlich wieder auf Reise. Unser Reiseziel war der Campingplatz Seepferdchen in Scharbeutz an der Ostsee.

Die Reise nach Scharbeutz verlief ohne Probleme, alle Bahnhöfe (Hamburg Hbf. – Lübeck Hbf. – Scharbeutz und Haffkrug) waren mit unserer Campingkarre problemlos zu bewältigen.

In Scharbeutz angekommen, haben wir einen 40-minütigen Marsch hinter uns gebracht, leider muss man vom Bahnhof zu dem Campingplatz einen riesigen Umweg gehen, einmal quer durch den Ort. Der direkte Weg wäre eine Hauptstraße ohne Fußweg gewesen, welche uns als Fußgänger zu unsicher vorkam.

Die Einfahrt des Campingplatzes liegt direkt an einer S-Kurve, welche von beiden Straßenseiten sehr schlecht einzusehen ist. Als Erwachsener mag das gehen, für Kinder ist das ohne Begleitung ein unkalkulierbares Risiko!

Die Ankunft

Als wir an dem Seepferdchenparkplatz mit angeschlossenen Aufstellmöglichkeiten für Zelte eingetroffen sind, gab es den ersten Frustmoment. Der Platz war eine Staubwüste auf dem mehr Autos als Zelte standen. Wir haben den angeblich letzten Platz auf dem Campingplatz zugewiesen bekommen, ein ca. 2,5 Meter breiter Streifen zwischen 2 Fahrspuren. Das Abspannen unseres Zeltes war praktisch unmöglich, und somit auch der Zeltaufbau.

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Die Alternative war eine Hügellandschaft, welche 5 verschiedene Höhenebenen unter dem Zelt gehabt hätte. Kraterlandschaften als Zeltplatz anzubieten geht gar nicht. Wir wollten also wieder abreisen, da es ja angeblich der letzte freie Zeltplatz war, sagten zumindest der Platzwart und der Herr am Empfang.

Damit konfrontiert und nach Rückforderung des Geldes, gab es dann aber plötzlich doch noch andere freie Plätze. Eine abgelegene Moorwiese, wie sich im Nachhinein rausstellte. Ebenerdig ist anders, aber trotz der anfänglichen Täuschung durch die Platzbetreiber, akzeptierten wir den angeblich nun endgültigen letzten Platz auf dem Campingplatz Seepferdchen. Zwar gab es hier und da mal ein Loch in der Wiese und diese bewegte sich bei jedem vorbeifahrenden Auto, aber Camping ist ja kein Wellness-Urlaub, das ist uns klar, und damit können wir leben.

Die Lage des Campingplatzes

Nach dem Zeltaufbau ging es erst einmal zum Einkaufen. Um zu den Einkaufsläden zu kommen, muss man wieder den langen Umweg gehen, da die Bundesstraße, die den Weg drastisch verkürzen würde, leider auch hier keinen Fußweg hat. Und wir hängen einfach an unserem Leben. Für Chuck Norris oder Hans Sarpei wäre der Gang über die viel befahrene Bundesstraße vielleicht eine Alternative, für normalsterbliche Urlauber eher nicht.

Alles in allem muss man als Zwischenfazit sagen, ohne Auto und ohne Fahrrad ist dieser Ort nur mittelmäßig für Camping geeignet. Einkaufen kann da schon mal ein 1,5 bis 2 Stunden Marsch bedeuten.

Sanitäranlagen zum abgewöhnen!

Nach Aufbau des Zeltes und Einkaufen haben wir die Sanitäranlagen begutachtet. Nächster fetter Minuspunkt für den Campingplatz. Das Waschhaus und Klo um die Ecke stinkt massiv nach Urin, überall klebt es, ein richtiges Licht gibt es auch nicht. Die angebundene Abwaschstelle ist ebenfalls in ungepflegten Zustand. Es gibt ein weiteres Waschhaus. Hier gibt es Licht und es wirkt alles deutlich moderner, aber sauber ist es hier auch nicht. Trotz des 3-mal so langen Weges die bessere Wahl.

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Am Tag 2 des Seepferdchenmassakers aufgewacht und erst mal geduscht. 5 Minuten warmes Wasser kosten ein Euro – und warmes Wasser ist da auch eher eine theoretische Sache, ebenso wie Wasserdruck, trotz modern wirkenden Waschhaus. Naja, besser als gar nicht duschen, positiver kann ich es leider aber nicht formulieren.

Die Strandpromenade

Nach der Dusche ging es erst mal Richtung Strand. Den Weg über die Straße gekonnt überlebt und dann rund 10 Minuten bis man beim Strand ist. Wir sind ein wenig die Strandpromenade entlang. Hier gibt es von der Kneipe über den Bäcker bis hin zum Restaurant alles was man so für den Tag benötigt. Man kann hier gut seinen Tag verbringen mit essen, einkaufen und baden.

Die Invasion

Abends wieder am Zelt angekommen, stellten wir fest, dass unser Partybesuch bereits da ist und mächtig feiert, in unserem Vorzelt. Eine Armee von Ameisen nutze unser Vorzelt als Ameisen-Express-Highway. Ok, ich wiederhole mich gerne, ist ja kein Wellness-Urlaub.

Es fehlt die Energie

Erwähnten wir schon, dass es auf der Wiese keinen Stromanschluss gab, obwohl dieses auf der Website des Campingplatzes so angegeben war. Also Protipp – immer eine Powerbank für das Smartphone dabei haben, sofern man dieses bei einem längeren Aufenthalt nutzen möchte. Der Platzbetreiber bot netterweise die Möglichkeit an, das Handy im Anmeldehäuschen zu laden. Wenn man es denn so lange unbeaufsichtigt lassen möchte…

Sanitäranlagen – Des Rätsels Lösung

Wir haben an Tag 3 rausgefunden, warum die Sanitäranlagen so ekelig sind, wie sie sind. Die Putzfrau war am frühen Morgen schon da, und hat eine unangemessen kurze Zeit genutzt, um zu reinigen. Die Reinigung wurde ohne erkennbares Reinigungsmittel vorgenommen, scheinbar nur mit Wasser und das wurde sowohl für Toiletten und Duschen genutzt. Mahlzeit. Die ganzen toten Fliegen im Waschhaus, welche nach einer halbwegs brauchbaren Reinigung weg sein sollten, waren immer noch da. Ebenso diverse Stellen voller Staub.

In Hamburg sagt man Tschüss!

An diesem Tag 3 haben wir uns auch entschlossen den Campingplatz zu verlassen. Es kamen neben den widerlichen Sanitäranlagen einfach zu viele Dinge zusammen. Die Ameisenplage, die Moorwiese die ständig wankte, ohne Ende Löcher in der Wiese (Fußbruchgefahr oder ähnliches) waren noch weitere Gründe. Und dann der finale Grund. Meine Frau ging über den Zeltplatz spazieren, um diesen ein wenig weiter zu erkunden. Und Sie entdeckte eine traumhafte Zeltwiese mit perfekten Untergrund, Strom, Schatten durch Bäume wenn man es wünscht und das Beste, diese war komplett leer! Das heißt in letzter Konsequenz, dass der Betreiber uns die ganze Zeit über verarscht hat.

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Somit sind wir 2 Tage früher abgereist, als ursprünglich geplant. Wenigstens gab es das Geld für die beiden Tage zurück.

Wir sind dann zu unserem Stammzeltplatz in Holm-Seppensen umgezogen, um noch mal 2 Tage völlige Entspannung zu geniesen.

Fazit

Leider hat der Campingplatz Seepferdchen nicht unserem recht bescheidenen Anspruch genügt. Man wurde mehrfach belogen bezüglich der verfügbaren Plätze, es gab an unserem Platz trotz anderen Angabe kein Strom, die Sanitäreinrichtungen sind in einem schlimmen Zustand und die Einkaufssituation für Lebensmittel ist ohne Auto oder Fahrrad unbefriedigend.

Camping ohne Auto in Scharbeutz ist aus unserer Sicht durchgefallen! Aber wir haben aus dieser ersten Erfahrung abseits unseres Lieblingscampingplatzes viele für die Zukunft gelernt.


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Moin, ich bin Konrad und bin Betreiber dieses Blogs. Meine Interessen sind der FC St. Pauli, Fahrrad fahren, Wordpress und SEO.

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