In der Hafencity Hamburg könnt Ihr das Denkmal Hannoverscher Bahnhof finden. Dieses Denkmal sollte man meines Erachtens einmal besucht haben.

Von diesem Ort wurden zwischen 1940 und 1945 über 8.000 Menschen aus Hamburg und dem Umland in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert.

Anreise zum Denkmal Hannoverscher Bahnhof

Die Anreise ist am einfachsten mit Bahnlinie U4 bis Bahnhof HafenCity Universität. Alternativ mit längerem Fußweg kann man auch zum Bahnhof Steinstraße oder Meßberg fahren. Dann geht man bis zum Spiegel-Gebäude und da dann über eine Brücke Richtung Lohsepark.

Mit dem Auto ist die Anreise aufgrund der Parksituation sicher nicht so sinnvoll. Mit dem Fahrrad geht es einfach zum Lohsepark in die Hafencity, dort kann man dann das Fahrrad abstellen und das Denkmal besuchen.

Info-Pavillon und Hörspiel zum Denkmal

Hannoverscher Bahnhof Denkmal Vorplatz

Seit 2013 gibt es an diesem Denkmal einen Info-Pavillon. Dieser ist von April bis Oktober immer Mittwoch bis Sonntag zwischen 10-18 Uhr für Besucher geöffnet. Im Rest des Jahres kann eine individuelle Öffnung vereinbart werden. Alle Infos zu dem Info-Pavillion „Hannoverscher Bahnhof“ findet ihr hier.

Zu diesem historischen Ort gibt es die szenische Lesung „Der Hannoversche Bahnhof“. Diese gibt erste Einblicke in die tragischen Geschichten dieses Ortes und von den deportierten Menschen und deren Mörder. Die Lesung könnt Ihr hier anhören.

Die Geschichte des Hannoverschen Bahnhofs

Die Zeit vor den Deportationen

Ursprünglich war ein Bahnhof geplant, von wo man nach Paris und St. Petersburg kommt. Dieser wurde 1872 unter dem Namen Pariser und Venloer Bahnhof eröffnet. Doch das klappte nicht und die Züge fuhren in der Praxis nur nach Hannover, in das Ruhrgebiet und nach Cuxhaven. So bekam der Bahnhof 1892 den Namen Hannoverscher bzw. Hannöverscher Bahnhof.

In den ersten Jahren sind überwiegend Auswanderer an diesem Bahnhof abgefertigt worden. Nachdem 1906 der Hauptbahnhof als Personenbahnhof eröffnete, ist der Hannoversche Bahnhof nur noch als Güterbahnhof genutzt worden. Nach dem der Bahnhof nach und nach baufällig wurde, sind Teile des Bahnhofs abgerissen worden.

Der Bahnhof als Deportationsbahnhof

Zwischen den Jahren 1940 und 1945 wurde der Hannoversche Bahnhof von den Nazis als Deportationsbahnhof genutzt. Von hier wurden weit über 8.000 Menschen nach Belzec, Lodz, Riga, Minsk, Auschwitz und Theresienstadt deportiert.

Die Nazis wählten diesen Bahnhof aus, damit der Regelbetrieb am Hauptbahnhof nicht gestört wird. Außerdem bestand hier die Möglichkeit noch leichter Waggons aus anderen Städten anzukoppeln. Darüber hinaus war dieser Bahnhof ein wenig abseits, wodurch das Handeln der Nazis hier besser von der Öffentlichkeit abgeschirmt war.

Hannoverscher Bahnhof Denkmal Gleisbett

Abriss des Hannoverschen Bahnhofs

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte man diesen Bahnhof als Hauptgüterbahnhof. Dabei wurden 1955 und 1981 weitere Teile der Bauwerke abgerissen und die restlichen Gebäude für den Speditionszweck verwendet. Bis 1997 gab es hier noch Güterverkehr.

Mit der Entwicklung der Hafencity ist dann Stück für Stück der Bahnhof zurückentwickelt. Im Mai 2017 wurde dann das Denkmal Hannoversche Bahnhof eröffnet.

Kleiner Rundgang an diesem historischen Ort

Hier bekommt ihr ein paar Eindrücke von dem Denkmal Hannoverscher Bahnhof in der Hafencity.

Fazit zum Besuch des Denkmal Hannoverscher Bahnhof

Das Denkmal zeigt deutlich, wie schrecklich die Taten der Nazis waren. Jeder sollte diesen historischen Ort einmal besucht haben. Mich hat die Geschichte dieses Ortes sehr berührt. Doch gleichzeitig hat mich dieser Ort auch sehr wütend gemacht. Wütend auf die Menschen, die trotz des Wissens über die Geschichte wieder Parteien wählen, die gedanklich von solchen Greueltaten nicht weit weg sind.

Meines Erachtens sollten die besorgen „Merkel muss weg“-Demonstranten und die „Ich bin kein Nazi, aber…“-Bürger sich diesen Ort einmal genauer anschauen. Vielleicht verstehen diese Menschen dann auch endlich, was passieren kann, wenn man blind „aus Protest“ rechte Parteien wählt oder mit Nazis Hand in Hand demonstriert.

Mehr Informationen gibt auch noch unter http://hannoverscher-bahnhof.hamburg.de/

Kein Vergeben – Kein Vergessen!


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Konrad

Moin, ich bin Konrad und bin Betreiber dieses Blogs. Meine Interessen sind Roter Stern Kickers 05, FC St. Pauli, Fahrrad fahren, Wordpress und SEO.

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