Erlebnisse aus der U-Bahn

2 U-Bahnen auf dem Abstellgleis in Volksdorf

Vor ein paar Tagen fuhr ich mal wieder U-Bahn, im Prinzip wie jeden Tag, dieses Mal jedoch mal am Wochenende. So auf den Tag gesehen habe ich viele kleine Unterhaltungen mitbekommen, welche mich teilweise doch schmunzeln ließen … Und ja, das ist alles ist an einem Tag auf Hin- und Rückfahrt zum Millerntor passiert!

Der kleine Usher-Fan…

Es ging schon früh am Morgen am Bahnhof Farmsen los. Auf dem Bahnsteig hängt ein Werbeplakat, welches das Parfum von Usher bewirbt. Die Flasche kostet lt. Internet rund 30 Euro. Da kommt eine Mutti mit ihrem ca. 6-jährigen Kind an diesem Plakat vorbei und brüllte seine Mutti an, dass er dieses Parfum von Usher haben will. Er konnte sowohl Parfum als auch Usher richtig aussprechen. Die Mutti reagierte darauf hin nicht, wo drauf der Kleine jetzt erst mal voll auf dicke Hose machte und seine Mutti beleidigte und Ihr drohte, zu Papa zu ziehen, wenn er das Parfum nicht bekommt.

Aha! Keine Haare am Sack aber sich schon mit Parfum einnebeln wollen? Und beleidigend gegenüber der eigenen Mutter werden? Mit ca. 6 Jahren? Da ist doch in der Erziehung kräftig was schiefgelaufen!


Was läuft denn so im Fernsehen?

Gut dachte ich, dummes Kind, aber die Bahn fuhr ein und ich verlor es aus dem Auge. Ich setzte mich hin und die Bahn fuhr los. Eine Station später stieg ein nett aussehender Herr ein, der sich mir gegenüber hinsetzte. Richtig auf wichtig getrimmt gekleidet saß er da mit seinem Aktenkoffer, den er schon hektisch vor Schließen der U-Bahn-Tür öffnete… raus holte er einen Textmarker und … Tada…. Eine TV-Zeitung. Sofort fing er, an das TV-Programm zu studieren. Dabei markierte er pro Doppelseite geschätzte 3-5 Sendungen. Ich war irritiert.

Warum tut man das? Ist ihm Fernsehen einfach nur wichtig? Oder hat das was mit seinem Beruf zu tun? Oder markiert er, was sein Kind sehen darf? Ich weiß es nicht, aber ich musste auch schon in die U3 umsteigen, daher hatte ich keine Zeit es herauszufinden.

Von SSD Festplatten bootet das System einfach schneller…

Die U3 fuhr in den Hauptbahnhof ein. Ein junges Pärchen stieg ein und setzte sich zu mir. Er war im „Papa-bezahlt-mir-alles“ Style gekleidet. Sie hatte nicht mehr an, als wirklich nötig war. Gerade genug, um nicht von der Polizei wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses abgeführt zu werden.

Er erzählte ihr die ganze Zeit was von Computern, und wie toll doch die SSD-Festplattentechnologie ist, und wie schnell das Betriebssystem bootet, und wieso SSD-Festplatten überhaupt so leise, schnell, stabil und toll sind. Und übrigens gibt es ja auch bald neue Funktechnologien für Handys. Man hatte das Gefühl, ihn ging bei seinen Erzählungen fast einer ab. Seine Freundin hingegen versuchte permanent das Thema zu wechseln und versuchte seine Aufmerksamkeit auf den Hafen zu lenken, um ihm vom Thema abzubringen. Aber er merkte keinen Meter mehr. Typischer Fall von „Ich-höre-mich-gerne-reden-über-Themen-von-den-ich-im-Prinzip-keine-Ahnung-habe“. Ihr genervter Blick sagte im Prinzip alles. Ja, was soll man sagen. Wirkte nicht so, als hätten die beiden eine lange und gemeinsame Zukunft.

So, ich konnte endlich St. Pauli aussteigen. Zu viel gehört und zu viel gesehen für 30 Minuten Reise. Fußball war gut, St. Pauli hat gewonnen und ich fuhr wieder Richtung Heimat.

Affen sind auch nur Affen…

Der Rückweg gehörte dann ganz den Kindern. In der U3 sahs eine Mama mit Ihrer Tochter… so ca. 4-5 Jahre jung. Sie unterhielten sich über Tiere. Genau habe ich nicht zugehört. Aber plötzlich guckte das Kind die Mutter völlig schockiert an und schrie (aber relativ leise) „Paviane und Gorillas sind auch so was wie ein Affe“. Danach erklärte das Kind der Mama die Optik und Gangart von Gorillas und ging wie ein Gorilla durch das Abteil um das der Mama zu verdeutlichen.

Wäre ich nicht so müde gewesen, hätte ich applaudiert. Ganz großes Kino, Ihre Gorillagang sieht echt genauso aus wie bei echten Gorillas. Lustig anzuschauen 😀 Na gut, nun musste ich wieder in die U1 umsteigen. Schlussetappe, noch 3 Stationen, bis ich raus bin aus der Bahn. Aber zwei kleine Kinder hatten die Öffis noch für mich parat.

Der TV-Junkie

Ein kleiner Bub, so ca. 3-4 Jahre alt verhandelte mit viel Geschick mit seiner Mama die erlaubte Menge Fernsehkonsum aus. Das Kind stellte klare Forderungen: „Mama, darf ich Fernseher gucken, aber, aber ein bisschen viel, ich will das Fernseher am Montag zu Ende gucken!“

Ja nee, ist klar. Voll süß, oder?

Blau ist doof!

Einen Platz weiter sahs ein kleines Mädchen bei seiner Mama, kaum älter als der TV-Junkie von eben. Die Durchsage „Nächste Station Farmsen“ brachte das Mädchen völlig aus dem Konzept. Es fing an zu quengeln und haute den Satz „Ich will nicht zu Farmsen fahren, da sind alle Farben blau, pfuiteufel“ raus.

Was das Kind uns damit sagen möchte, mag ich nicht beurteilen. Aber die Beleuchtung rund um den Bahnhof ist an diesem Tag eher rot gewesen.

So, das waren Sie nun, die Bahngeschichten eines Tages. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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