KonBon in Bielefeld

Gibt es Bielefeld wirklich?

Ihr kennt bestimmt die Gerüchte, dass es Bielefeld nicht wirklich gibt. Um das zu überprüfen, habe ich mich wieder auf eine Schienen-Safari begeben. Was ich zur Bielefeld-Verschwörung herausgefunden habe, erzähle ich euch hier.

Wobei ich die Wochen vor der Reise natürlich Sorge hatte, dass ein GDL-Streik die Tour noch verhindern könnte. Am Mittwoch vor der Reise dann die Erlösung. Es gab eine Streikankündigung und der Arbeitskampf endete 10 Stunden vor meiner Abfahrt. Die Erleichterung war groß!

Vorwort zu meiner Forschungsreise

Ich war in meiner Fußballvergangenheit bereits drei Mal in der SchücoArena mit dem FC St. Pauli zu Gast. Bei jeder Tour war die Polizeipräsenz so riesig, dass man zwingend den Eindruck bekommen musste, die wollten was vor uns verbergen. Vielleicht ist dieser Ort ja nur eine Fassade und DSC Arminia Bielefeld nur ein Tarnname für den SV Oerlinghausen oder Ähnliches. Da ich bei den Touren nie ganz nüchtern war (anders ertrage ich das Stadion dort auch nicht), wollte ich der Bielefeld-Verschwörung nun mal nüchtern und ohne Einschränkungen durch die Polizei (hoffentlich) auf den Grund gehen.

Man achte bei der gezeigten Choreo darauf, dass hier die Leineweberstadt gefeiert wird. Kein Hinweis darauf, dass es Bielefeld gibt! Wenn nicht mal die heimischen Fußballfans Bielefeld als Wording nutzen, dann ist das ja schon einmal ein Indiz für die Nichtexistenz von Bielefeld.

Was ist die Bielefeld-Verschwörung?

Da ich es nicht eleganter schreiben könnte, zitiere ich hier einmal Wikipedia mit dem Link zur Quelle, wo ihr die ganze Geschichte nachlesen könnt. Dort findet ihr auch weitere Links zu themenrelevanten Websites.

Die Bielefeld-Verschwörung oder Bielefeldverschwörung ist Gegenstand einer satirischen Verschwörungstheorie, die behauptet, die Stadt Bielefeld gebe es nicht, ihre Existenz werde lediglich überzeugend vorgetäuscht.

Diese Theorie erschien erstmals 1994 im deutschsprachigen Usenet, kursiert seither als Dauerwitz im Internet und wurde so Teil der Internetfolklore, die zur Netzkultur gehört. Sie wird als Beispiel genutzt, um die in sich geschlossene unangreifbare Argumentationsstruktur von Verschwörungstheorien aufzuzeigen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeld-Verschw%C3%B6rung

Jetzt wissen wir alle erst einmal, worum es bei dieser Verschwörungstheorie geht. Meine eigene Einschätzung folgt im Verlauf dieses Blogeintrags.

Anreise nach Bielefeld

Ich habe mich entschieden, den Hinweg ganz Dekadent mit dem ICE zu fahren. Ich suchte knapp einen Monat vor der Schienen-Safari im DB Navigator nach einer passenden Verbindung. Die Suche bestätigte eigentlich nur die Bielefeld-Verschwörung, denn ein Ergebnis blieb die App mir schuldig.

Ich wählte dann den Weg über die Bahn-Website, welche besser auf die Verschwörung eingestellt ist. Für weniger als 15 Euro habe ich ein ICE-Ticket für die Hinfahrt gebucht. Bei dem Preis nehme ich die 2 Stunden mehr Schlaf am Morgen gerne mit. Mein Deutschlandticket kam erst auf dem Rückweg zum Einsatz.

Die Reise führte mich von Hamburg nach Hannover und mit ein paar Minuten Umsteigezeit in Niedersachsens Landeshauptstadt weiter nach Bielefeld. Ich hatte keine Sitzplatzreservierung, aber ich liebe das Leben am Limit. Wobei mein persönliches Limit auf der Tour keinesfalls ausgereizt wurde, trotz Warnungen vor hoher Auslastung im DB Navigator. Aber wie soll es samstags nach einem Streiktag der GDL auch anders sein?

Ab Hannover habe ich mir einen Sitzplatz im Bordi aka Bordbistro gegönnt und wollte ein kleines Frühstück zu mir nehmen. Wie könnte es anders sein, die Kühlung war kaputt, also gab es nichts für mich vor meiner Ankunft am Zielort. Für nachmittags war die Hoffnung aber sehr ausgeprägt, von Dr. Oetker durchgefüttert zu werden. Ob der Plan aufging, erfahrt ihr später.

Der ICE kam um 10:40 Uhr mit nur einer Minute Verspätung in der sagenumwobenen Stadt Bielefeld an.

Sightseeing in Bielefeld

Was Sehenswürdigkeiten angeht, ist das Internet bei Bielefeld recht sparsam, ein weiteres Indiz für die Korrektheit der Verschwörungstheorie rund um die Stadt in Ostwestfalen. Dennoch habe ich ein paar Orte gefunden, wo ich mal vorbeigeschaut habe. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten. Wobei, die SchücoArena schon, die akzeptiere ich nämlich nicht als Sehenswürdigkeit, auch wenn diverse Websites was anderes behaupten!

Sehenswürdigkeiten der Stadt

Ich ging in einer Zickzack-Halbkreis-Parabel-Kurven-Linie vom Bahnhof bis zu der Dr. Oetker Welt. Hier meine Eindrücke des ausgedehnten Spaziergangs.

Hauptbahnhof als Beweis für Verschwörung?

Hier bekommt ihr die ersten Indizien, dass Bielefeld ein Fake ist. Schaut euch das Bild vom Bahnhof einmal genauer an.

Normal steht doch in großen Buchstaben der Ortsname am Bahnhofsgebäude. Scheinbar heißt dieser Ort Seidensticker. Das ist ja fast schon ein Beweis für die Richtigkeit der Bielefeld-Verschwörung. Das kann man doch nicht von der Hand weisen, oder?

Auf dem Rückweg ist mir am Bahnsteig vor dem Einsteigen in die Bahn auch noch verdächtige Deko aufgefallen, die man an einem ernst gemeinten Bahnhof einer echten Stadt so nicht vermuten würde. Das hat am Ende des Tages den Gesamteindruck zur Bielefeld-Verschwörung noch abgerundet.

Gedenkstätte für NS-Opfer

Direkt am Bahnhof habe ich eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus entdeckt, diese präsentiere ich euch in einem separaten Blogeintrag.

Am Hauptbahnhof Bielefeld findet ihr ein Mahnmal, welches an mehrere tausend Juden gedenkt. Mehr dazu erfahrt ihr im Blogeintrag.

Der Spiegel – Kunst oder Altmetall?

Ernsthafte Frage! Ist das Kunst oder kann das weg? Das Teil heißt Der Spiegel. Aber spiegeln tut sich da nichts und es scheint nur die Funktion eines Blitzableiters zu haben. Wenn ihr wisst, was das Teil soll, schreibt es mir gerne in die Kommentare. Mehr als Altmetall sehe ich da leider nicht.

Das Kreisverkehr-Paradoxon

Ihr kennt doch alle Kreisverkehr, oder? Ist da eigentlich nicht Ziel, die Ampelanzahl zu reduzieren, statt zu maximieren? Also hier ist das scheinbar bisher nicht so angekommen. Mit geschätzt 50 Ampeln in einem Kreisverkehr finde ich das irgendwie witzlos. Es hat sehr lange gedauert, mal eben über 2 Straßen zu gehen, was aber nicht an zu vielen Autos lag.

Altstadt von Bielefeld

Mein Weg führte mich durch die Bielefelder Altstadt. Hier bekommt ihr ein paar teils sehr weihnachtliche Eindrücke. Achtet mal auf das dritte Bild. Der Fanladen heißt „Arminia Fanladen“. Das Wort Bielefeld wird hier wieder ausgespart. Wer da wohl etwas zu verbergen hat?

Gedenkstein für die Bielefeld-Verschwörung

Auch wenn der Bürgermeister von Seidensticker die Bielefeld-Verschwörung für Tod erklärt, ist das Ding noch lange nicht vom Tisch! Bisher spricht nämlich mehr für die Bielefeld-Verschwörung als dagegen! Das ändert auch dieser Stein nicht!

Wirklich plumper Versuch meiner Meinung. Die Diskussion so abwürgen zu wollen, ist auch irgendwie verdächtig!

Park der Menschenrechte

In dieser Parkanlage ist der Fluss Lutter zu sehen. Außerdem gibt es hier einen Spielplatz und mehrere Skulpturen. Unter anderem findet ihr ein leeres Podest, wo sich Menschen selber als Kunstwerk präsentieren können. An den Zugängen des kleinen Parks am Fuße der Sparrenburg findet ihr Texttafeln, die über Menschenrechte aufklären und auf Missstände aufmerksam machen.

Sparrenburg

Nach dem Park ging es direkt in die Bergetappe zu der Sparrenburg. Ich merkte sofort, dass das Training im Fitnessstudio bereits Wirkung zeigte und ich elfengleich den Berg hochschwebte. Aus der Ferne sah die Burg gar nicht so groß aus, aber wenn man dann vor der Mauer steht, änderte sich der Eindruck ein wenig. Hier ein paar Bilder von der Sparrenburg.

Wenn man Burgen mag, ist diese auf jeden Fall einen Besucht wert. Um das Gelände mir anschauen zu können, musste ich nicht einmal Eintritt zahlen.

Werksführung bei Dr. Oetker

Vorneweg sei gesagt, die Werksführung muss im Voraus über die Dr. Oetker Website gebucht werden und hat 12 Euro gekostet. Auch hier sei gesagt, ich wurde für den Beitrag nicht bezahlt und es ist auch keine unbezahlte Kooperation, sondern einfach mein eigener Erlebnisbericht.

Die Führung durch die Dr. Oetker Welt hat sehr viel Spaß gemacht und man verlässt diese Veranstaltung nicht mit leerem Magen. Hier werdet ihr nicht durch eine Produktion geführt, sondern das Ganze hat eher den Charakter eines Museums mit anschließender Raubtierfütterung. Aber die Tour war ausgezeichnet organisiert und war kurzweilig gestaltet. Auch für eigene Fragen hatten die Guides immer ein offenes Ohr. Ich will hier nicht zu viel spoilern, aber ein paar Bilder habe ich für euch vorbereitet.

Auch wenn das Ganze natürlich nur eine Marketingveranstaltung ist, kann ich den Ausflug zu der Dr. Oetker Welt empfehlen und empfinde die 12 Euro Eintritt als einen absolut fairen Deal.

Rückfahrt nach Hamburg

Nach dem Verlassen von Dr. Oetker kugelte ich zur Straßenbahn und es ging zum Hauptbahnhof, wo ich glücklicherweise nur wenige Minuten auf einen RE6 nach Minden warten musste.

Der hatte bereits 105 Minuten Verspätung wegen Menschen im Gleis, also keine Hauptschuld der Bahn dieses Mal. Als der Zug angekommen ist, sah man von außen schon das vollständige Fehlen von Sauerstoff im Zug. Jeder Quadratzentimeter war mit Mensch gefüllt. Es dauerte fast 5 Minuten, bis der letzte Fahrgast ausgestiegen ist. Nun gab es auch wieder Sitzplätze für alle und die erste Etappe des Heimwegs führte also nach Minden. Auf dem Weg guckte ich Bundesliga-Konferenz. Hat sich gelohnt, denn Eintracht Frankfurt hatte den FC Bayern abgeschlachtet. Normal schaue ich auch immer wieder gerne aus dem Fenster, besonders Innerorts. Aber es ist ja auch Winter und um 16 Uhr war es schon maximal dunkel.

Auch in Minden ging es hurtig weiter mit der S1 nach Hannover. Sogar wieder mit Sitzplatz. In Hannover wartete die RB38 nach Harburg bereits auf sehr viele Menschen. Die ließ ich mir nicht entgehen und etwa 2,5 Stunden nach Abfahrt bei Dr. Oetker saß ich jetzt in der letzten Bahn nach Hamburg und guckte Borussia Dortmund gegen Dosenballsport Leipzig. Sehr entspannte Reise, wobei ich keinen Überblick mehr hatte, was hier offiziell noch planmäßig war und was nicht. Ich habe einfach genommen, was als Erstes in die richtige Richtung fuhr und damit bin ich gut unterwegs gewesen an diesem Tag. Am Ende kann ich sagen, es war die nächste Schienen-Safari, wo alles gut für mich geklappt hat.

Mein Fazit – Gibt es Bielefeld, oder nicht?

Wie jeder Fan von wahnwitzigen Verschwörungstheorien konnte mich meine Forschungsreise nicht davon überzeugen, dass es Bielefeld tatsächlich gibt. Auch die Indizien in diesem Beitrag haben mich in meiner Auffassung bestätigt. Ich habe mir meine Meinung gebildet, also verwirrt mich jetzt nicht mit Tatsachen!

Ansonsten kann ich den Besuch bei Dr. Oetker echt empfehlen. Nur ein paar Meter entfernt ragt die Sparrenburg über der Stadt und wartet ebenfalls auf einen Besuch. Für alle Naturliebhaber ist auf der Ecke auch noch der östliche Teutoburger Wald. Dazu kann ich aber nichts Qualifiziertes sagen. Aber Wald ist ja eigentlich nie eine falsche Wahl. Zumal dieser wohl auch mit ein paar Überraschungen zu überzeugen weiß.

Über einen Tagesausflug nach Bielefeld, Seidensticker, Leineweberstadt oder wie das nun in Wirklichkeit heißen mag, kann ich unerwarteterweise nichts Schlechtes berichten! War schön und hat Spaß gemacht. Mehr sogar als meine Dönertour nach Köln. Könnt ihr euch also auch gerne mal gönnen!

Seid ihr schon mal dort gewesen und wie hat es euch gefallen? Glaubt ihr an die Existenz von Bielefeld oder was ist das eurer Meinung nach für ein Ort? Ich freue mich auf eure kreativen Kommentare.

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