Große Düne in den Besenhorster Sandberge und Elbsandwiesen

Besenhorster Sandberge und Elbsandwiesen

Ich war im Naturschutzgebiet Besenhorster Sandberge und Elbsandwiesen spazieren. Der Wald wird auch Bunkerwald genannt, da es hier viele Lost Places zu entdecken gibt. Mehr erfahrt ihr in diesem Blogeintrag.

Anreise und Route

Wir haben einen halben Familienausflug mit dem Auto zu dem Naturschutzgebiet gemacht. Geparkt haben wir auf dem Parkplatz in der Oldhamstraße. Aber auch die Anreise mit dem Bus ist möglich.

Vom Hamburger Hauptbahnhof oder Bahnhof Bergedorf könnt ihr zur Haltestelle „Zeltplatz Altengamme“ fahren. Von da geht man ein paar Minuten, bis ihr dann im Naturschutzgebiet Besenhorster Sandberge und Elbsandwiesen ankommt. Ab Hauptbahnhof fährt der 120er am ZOB, mit dem 228er geht es ab Bergedorf los.

Eine Anreise mit dem Fahrrad ist möglich, ich würde das Fahrrad aber außerhalb des Waldgebietes parken, denn dieses könnt ihr auf dieser Wanderung nicht gebrauchen, wenn ihr was entdecken wollt.

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Die Wanderung ist nicht übertrieben lang. Trotz der kurzen Strecke kann man hier aber viele Stunden verbringen. Man fühlt sich ein wenig wie ein Kind auf einem Abenteuerspielplatz.

Wanderung durch die Besenhorster Sandberge und Elbsandwiesen

Wir waren kaum unterwegs, da haben wir bereits die ersten Trümmerteile entdeckt. Wie die an diesen Ort gekommen sind, habe ich keine Ahnung, aber es gab einen ersten Vorgeschmack.

Die Tour begann seicht. Nach dem Trümmerteil waren die ersten Mauerreste zu sehen. Ich vermute, die gehörten zu einem Bahndamm oder ähnlichem.

Wir kamen nun auf einen Weg, der besagter alter Bahndamm sein könnte. Er führte immer geradeaus und hatte links einige Betonlichtmasten in unterschiedlichen Zuständen. Ich habe ein besonders kaputtes Exemplar einmal für euch fotografiert.

Jetzt kamen wir in ein Stück Dünenwald. Sehr schön und sandig hier. Hier machten wir auch unsere erste spannende Entdeckung.

Rechts vom Weg war eine Anhöhe und ich ging da mal rauf und da entdeckte ich dann den ersten spannenden Lost Place Bunker.

1. Lost Place: Zerfallender Bunker

Gut versteckt und doch entdeckt. Von zwei Seiten könnt ihr in den Bunker hereinschauen. Hineinklettern war für uns aus Sicherheitsgründen keine Option, aber ein Foto aus dem Inneren zeigt, so richtig viel los ist in diesem Bunker nicht.

Jetzt war unsere Abenteuerlust geweckt. Wir gingen weiter und jeder Erdwall war für uns eine potenzielle Quelle für neue Entdeckungen. Die Gruppe ging kaum eine Minute, da entdeckten wir irgendwas aus Stein auf einem Hügel. Wir vermuteten, das waren Überreste eines Schützenbunkers.

Der Trampelpfad auf den Hügel hoch führte uns nun weiter zu unserer ersten richtig spannenden Entdeckung des Tages, dem nächsten Lost Place.

2. Lost Place: Die versteckte Halle

Das hier wird wahrscheinlich auch ein Bunker oder eine kleine Lagerhalle oder so gewesen sein. Für eine Fabrikhalle kam uns das zu klein vor. Auf jeden Fall war das super spannend. Es gab viele kleine Details wie die Beobachtungsöffnung in der Wand oder die kleine Treppe auf der Rückseite der Ruine. Wir haben dann den Hinterausgang genommen, über die Treppe. Da war ein noch besserer Weg zurück auf den Hauptweg.

Ein letzter Blick auf diese Ruine und schon ging es weiter. Wir kamen an einem kleinen Weg vorbei, der mit einem Warnschild ausgestattet war. Wovor wir gewarnt werden sollten, war für uns leider nicht mehr ersichtlich. Aber das war eh auch nicht unser Weg.

Wir wanderten weiter durch das Waldgebiet und haben nicht lange bis zum nächsten Fundstück warten müssen.

3. Lost Place: Gesprengter Schützenbunker

Am Wegesrand war dieser gesprengte Schützenbunker zu sehen. Diesen haben wir uns einmal genauer angeschaut und sind dann direkt den Weg weiter gefolgt.

Wir kamen auch dieses Mal nur wenige Meter später zu einer weiteren Ruine. Diese hat uns dann sehr lange gefesselt.

4. Lost Place: Begrünte Ruine

Hier lag vor uns nun ein vollständig zerstörtes Gebäude, welches aus mehreren Räumen bestand. Als wäre das vielleicht ein Bürokomplex gewesen. Hier ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras (und noch viel mehr) über die Ruine gewachsen. Super spannend, aber das wirkt alles auch nicht mehr so stabil. Daher seid hier sehr vorsichtig!

Wir stapften jetzt wieder ein paar Meter und zack, das nächste Gebäude. Dieses Mal nicht ganz so zerstört und flächenmäßig deutlich kleiner.

5. Lost Place: Beeren und Beton

Das Gebäude war teilweise eher ein Gerippe als ein Betongebäude. Überall konnte man die Stahlstreben im Beton sehen. Ich gehe davon aus, diese Ruine wird auch nicht lange so stehen bleiben. Irgendwann wird es einfach zusammenkrachen. Was das für ein Gebäude war, weiß ich nicht. Habt ihr eine Idee, wofür die Luke im Dach gewesen sein könnte?

Wir folgten nun einen kleinen Trampelpfad zu unserem absoluten Highlight dieses Tages, dem sechsten Lost Place.

6. Lost Place: Ruine mit Tunnel

Hier eine kurze Warnung vorweg, an dieser Ruine gibt es viele Möglichkeiten schwer zu verunglücken. Achtet darauf, wo ihr eure Füße hinbewegt. Es gibt viele Löcher und Spalten im Boden.

Dieses Gebäude wirkt für mich wie eine Produktionshalle. Auf der Rückseite sah das aus, als wären dort Verladerampen gewesen. Ist natürlich nur eine Vermutung! Spannend ist auch der kleine Tunnel, der in das Untergeschoss der Ruine führte. Dieser Ort könnte aus „The Last of Us“ stammen. Wirklich spannende und irgendwie auch unheimliche Atmosphäre hat dieser Lost Place.

Jetzt ging es weiter durch den Dünenwald. Hier gab es nur einen Lost Place Pferdeanbinder. Zu behaupten, es wäre ein Zaun, wäre ja langweilig.

Nach ein paar Minuten durch den Wald kamen wir dann zum am besten erhaltenden Lost Place in dem Naturschutzgebiet Besenhorster Sandberge und Elbsandwiesen.

7. Lost Place: Fabrikhallen Düneberg

Da stehen zwei alte Fabrikhallen von den Nobelwerken. In der Fabrik am Düneberg wurde während des Zweiten Weltkriegs Sprengstoff herstellt. Damit war dieses Gelände absolut kriegsrelevant für die Nazis. Die Fabrikhallendächer wurden begrünt, um vor den Alliierten möglichst gut verborgen zu bleiben. Im April 1945 wurde das Gebiet trotzdem durch sehr viele Bomben zerstört. Das Gelände wurde durch die Alliierten beschlagnahmt und die meisten Gebäude gesprengt. Nach dem Krieg bereinigte man das Gelände dann bestmöglich von Sprengstoff- und Chemieresten.

Seit dem ist dieses Gebiet Heimat für unzählige Pflanzen und Tiere. In diesem „Bunkerwald“ kann man hervorragend beobachten, wie die Natur sich Stück für Stück seine Gebiete zurückerobert, solange man diese einfach machen lässt. Die Natur findet einen Weg, auch wenn wir Menschen dann irgendwann nicht mehr sein werden.

Jetzt ging es wieder zurück zum Auto. Dabei kamen wir noch spontan an einem Laternenmast vorbei, bevor es dann weiter über Dünensand ging.

Geschichte der Pulverfabrik Düneberg

1876 wurde auf dem Gebiet der Besenhorster Sandberge eine Pulverfabrik durch Max Duttenhofer (Erfinder vom rauchschwachen Schießpulver) errichtet. 1912 verkaufte Bismarck das Gelände an die „Vereinigte Köln-Rottweiler Pulverfabriken AG“, die nach dem Ersten Weltkrieg keine Kriegsprodukte mehr herstellte. 13 Jahre später wurde die Fabrik von IG Farbenindustrie gekauft. 1932 wurden dann alle Mitarbeiter entlassen und 2 Jahre später an die „Gesellschaft zur Verwertung chemischer Erzeugnisse“ nach Berlin verkauft.

Im Jahr 1935 ging die Fabrik an die Dynamit AG aus Troisdorf und es wurde wieder Pulver hergestellt. Die Pulverrohmasse dafür kam aus der benachbarten Dynamitfabrik Krümmel. Diese Rohmasse verarbeitete man zu Pulver und im weiteren Verlauf gab es ballistische Prüfungen. Die Arbeit hier wurde streng geheim gehalten und die Gebäude durch Dachbegrünung aufwendig getarnt. Für die Arbeit in den Fabriken kamen neben Freiwilligen auch Zwangsarbeiter aus verschiedenen Ländern zum Einsatz. Erst nach der Bombardierung durch die Alliierten am 7. April 1945 wurde der Betrieb eingestellt.

Heute ist dieses Gelände Naturschutzgebiet. Die Besenhorster Sandberge und Elbsandwiesen mit ihrem Kiefernwald überwuchern viele der Ruinen. Einige dieser Lost Places sind dennoch begehbar, wie dieser Blogeintrag euch zeigt.

Fazit zu der Wanderung in diesem „Bunkerwald“

Für mich war das ein richtiges kleines Abenteuer. Die Wanderung ist mit ihren knapp 5 km sehr kurz, aber durch die ganzen Ruinen wird es zu keinem Moment langweilig. Wenn man ein wenig auf die eigene Sicherheit achtet, kann man hier also wirklich viele spannende Entdeckungen machen! Für mich eine der Highlight-Wanderungen bisher.

Empfehlen würde ich übrigens neben festem Schuhwerk auch einen guten Zecken- und Mückenschutz. Denn auf den ganzen Trampelpfaden werdet ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit mit diesen Blutsaugern konfrontiert. Sucht euch nach der Wanderung auch ordentlich nach Zecken ab. Bleibt nicht aus, wenn man in der Natur unterwegs ist.

Wie findet ihr den „Bunkerwald“ von Geesthacht? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

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