Gedenktafel KZ Missler

Gedenktafel für die Häftlinge des KZ Missler

Ich bin in Bremen bei einem meiner Spaziergänge an der Gedenktafel für die Häftlinge des KZ Missler vorbeigekommen. Hier erzähle ich euch etwas zu diesem Ort der Erinnerung.

Die Gedenkstätte zu dem Konzentrationslager

Die Gedenktafel wurde von Fritz Stein erschaffen und befindet sich seit 1983 an dem Gebäude eines Senioren- und Pflegeheims in der Walsroder Straße 7. Diese erinnert an die Opfer des Konzentrationslagers Missler in Bremen. Die Gedenktafel, welche direkt neben dem ehemaligen Eingang des Konzentrationslagers angebracht ist, zeigt eine Darstellung von drei gequälten Gesichtern und trägt ein Zitat von Kurt Tucholsky.

Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen NEIN!

Kurt Tucholsky

Zudem befindet sich an diesem Gedenkort noch eine Bodenplatte sowie eine Informationstafel, welche über das KZ Missler informieren.

Das KZ Missler in Bremen

Das Konzentrationslager Missler wurde Ende März 1933 auf Anweisung des Innensenators und SA-Sturmbannführers Theodor Laue in den ehemaligen Auswandererhallen errichtet. Unter der Leitung des SS-Hauptsturmführers Otto Löblich wurden anfangs etwa 159 Häftlinge, hauptsächlich verfolgte Kommunisten und Sozialdemokraten, in die sogenannte Schutzhaft genommen. Später stieg die Anzahl der Inhaftierten auf bis zu 300 Menschen an.

Am 11. Juli 1933 entschied der Polizeisenator, das KZ Missler aufzulösen. Da das Konzentrationslager mitten in einem Wohngebiet lag, blieb das Leid der Insassen nicht vor den Anwohnern verborgen. Es gab sogar Bilder von Inhaftierten in der Bremer Bevölkerung. Daher galt dieser Standort als unhaltbar. Die Häftlinge wurden mit einem Binnenkahn auf andere Lager verteilt.

Nach den Ereignissen der Reichspogromnacht in Bremen am 9. November 1938 dienten die Missler-Hallen erneut der SA, um kurzzeitig die inhaftierten jüdischen Männer und Frauen dort zwischenzulagern. Am 11. November wurden die Männer in das Gefängnis nach Oslebshausen gebracht, während die Frauen wieder freigelassen wurden.

Weitere Orte des Gedenkens zeige ich euch unter KonBon erinnert. Auch habe ich weitere Orte in Bremen besucht und darüber geschrieben.

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