Arisierungs-Mahnmal Lichtfenster

Arisierungs-Mahnmal in Bremen

Ich war am Arisierungs-Mahnmal in Bremen an der Weserpromenade. Hier erzähle ich euch die interessanten Hintergründe zu diesem Ort des Erinnerns.

Woran erinnert das Arisierungs-Mahnmal in Bremen?

Das Mahnmal erinnert an den systematischen Raub an dem jüdischen Volk durch die Nationalsozialisten. Damit soll die wirtschaftliche Bedeutung des Holocausts aufgezeigt werden. Auch Unternehmen aus der Hansestadt Bremen waren an diesen Enteignungen, dem Transporten und der Weiterverwertung beteiligt und profitierten entsprechend davon.

Wie ist die Idee zu diesem Mahnmal entstanden?

Die Idee kam Henning Bleyl beim 125-jährigen Firmenjubiläum des Logistikkonzerns Kühne und Nagel. Der Logistikkonzern war früher auch in die Transporte von Raubgut involviert. Dieses dunkle Kapitel der Firmengeschichte wurde auf dieser Veranstaltung allerdings nicht thematisiert.

Als Kühne und Nagel dann seinen Stammsitz in Bremen neu bauen wollte und sich um öffentliche Flächen bemühte, hat der Journalist zusammen mit der taz eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um 4 Quadratmeter vor der neuen Firmenzentrale zu kaufen. Kühne und Nagel bekam den Zuschlag für die Fläche. Aber die Stadt hat entschlossen, das Mahnmal an einem anderen Ort zu errichten. Einen interessanten Artikel dazu findet ihr hier: Vier Quadratmeter Wahrheit

Das Mahnmal an der Weser

Das Arisierungs-Mahnmal von Evin Oettingshausen wurde im September 2023 eröffnet und ist thematisch einzigartig. Bisher gab es scheinbar kein Mahnmal, welches speziell das Thema Enteignung von Juden behandelt. Der Standort an der Weser ist passend, da an diesem Ort die Schiffe mit dem Raubgut aus den besetzten Ländern ankamen.

Oben an der Straße ist ein großes Fenster im Boden, welches keinen klaren Blick auf den 6 Meter tiefen Schacht gibt. Dadurch lässt sich nur erahnen, was sich in diesem befindet. Das soll ein Symbol für die große Geschichtslücke zu diesem Thema sein, welche bis heute noch vorhanden ist. Von der Weserpromenade könnt ihr durch 2 Fenster in diesen Schacht schauen und seht da Reliefs als Beispiele für das Raubgut.

Das Mahnmal findet ihr an der Wilhelm-Kaisen-Brücke Ecke Martinistraße. Die Baukosten betrugen rund 500.000 Euro und wurde nicht nur durch die Stadt getragen. Damals profitierten neben dem Staat auch Privatmenschen und Firmen von den Enteignungen. Entsprechend haben sich Privatpersonen mit 62.000 Euro Spenden an dem Bau beteiligt. Auch der Verein der Bremer Spediteure, Kühne und Nagel ist da Mitglied, hat sich an den Kosten beteiligt.

Weitere Orte des Gedenkens zeige ich euch unter KonBon erinnert. Auch habe ich weitere Orte in Bremen besucht und darüber geschrieben.

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