Gedenktafel Flüchtlingsschiff St. Louis

2 Gedenktafeln an den Landungsbrücken

Ihr findet zwei Gedenktafeln an den Landungsbrücken an Brücke 3. Hier erfahrt ihr die unterschiedlichen Geschichten hinter den Schiffen St. Louis und Exodus 1947.

Das Flüchtlingsschiff St. Louis

Die erste der Gedenktafeln an den Landungsbrücken an Brücke 3 erzählt das Schicksal der Passagiere der St. Louis. Am 13. Mai 1939 fuhr das deutsche Schiff St. Louis mit etwa 900 deutschen Juden Richtung Kuba, um der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. Doch Kuba nahm schlussendlich nur 23 Passagiere auf. Die anderen Menschen an Board irrten tagelang mit dem Schiff umher, bis schließlich die Niederlande, Großbritannien, Belgien und Frankreich sich entschlossen, die Menschen aufzunehmen. Am 17. Juni 1939 kam die St. Louis in Antwerpen an.

Aufgrund der Besetzung der Zufluchtsländer durch die Nationalsozialisten wurden dennoch ein Großteil dieser Menschen in den Folgejahren von den Nazis gefangen genommen und in Konzentrationslager gebracht und dort ermordet.

Das Schiff Exodus 1947 und die Gründung Israels

Die zweite der Gedenktafeln an den Landungsbrücken erzählt die Geschichte der Exodus 1947. Auf diesem Schiff sind nach dem 2. Weltkrieg rund 5.000 Juden von Frankreich Richtung Palästina aufgebrochen. Palästina war damals von Großbritannien besetzt. Vor Haifa wurden die geflüchteten Juden von britischen Kriegsschiffen angegriffen und dann in den Hafen geschleppt. Von dort wurden die Holocaustüberlebenden auf drei Schiffen zurück nach Frankreich geschickt. Die Menschen haben sich am Ziel geweigert, die Schiffe zu verlassen und wurden dann von der britischen Regierung weiter nach Hamburg geschickt.

Im Hamburger Hafen wurden am 8. September 1947 die Menschen dann von britischen Soldaten unter Gewalt von den Schiffen geholt und in Busse und Bahnwaggons gedrängt und in Lager interniert und auch dort sehr schlecht behandelt. Das ganze geschah vor den Augen der Weltpresse und sorgte für einen weltweiten Aufschrei. Als Befreier so mit Holocaustüberlebenden umzugehen, blieb nicht folgenlos.

Großbritannien musste Ende September 1947 die Besetzung von Palästina aufgeben, was den Hafen von Haifa wieder frei zugänglich machte. Am 6. Oktober 1947 wurden dann die Holocaustüberlebenden auf Druck der Öffentlichkeit wieder freigelassen. Viele der Juden machten sich dann wieder auf den Weg über Frankreich nach Palästina, wo sie dann die Gründung des Staates Israels vorantrieben.

Weitere Orte der Erinnerung findet ihr in meiner Blogreihe „KonBon erinnert„. Hier findet ihr viele weitere Schicksale, welche durch das NS-Regime verursacht wurden.

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