Trainingsgruppe auf Fußballplatz

Tipps und Hilfestellung für Fußballtrainer-Neulinge

Es kommt immer mal wieder vor, das Menschen Fußballtrainer werden ohne das nötige Wissen, was zu tun ist. Besonders wenn man selber nie im Verein Fußball gespielt hat, kann man schnell mal mit der Situation überfordert sein.

Hier erhaltet ihr eine Hilfestellung, wie ihr als Quereinsteiger-Fußballtrainer eure Aufgaben erledigen könnt. Wichtig ist noch einmal klarzustellen, das hier ist eine Hilfestellung, keine Gebrauchsanleitung! Ihr erhaltet Inspirationen, durch die ihr euren Weg als Fußballtrainer leichter finden könnt.

Wie sollte eine Trainingseinheit aufgebaut sein?

Viele Trainer-Neulinge fangen einfach an sich wahllos Übungen rauszusuchen und diese dann im Training mit dem Team durchzuführen. Doch häufig gibt es in diesen Trainings keine Struktur oder Zieldefinition. Um das Team langfristig zu verbessern, ist es aber wichtig einen Plan zu verfolgen und nicht einfach ein paar Übungen aneinanderzureihen. Hier findest du eine kleine Hilfestellung, wie ein Trainingseinheit aussehen kann.

Vorbereitung einer Trainingseinheit

Festlegen eines Trainingsziels

Für jede Trainingseinheit sollte ein Ziel festgelegt werden. Entsprechend sollten für diese Trainingseinheit Inhalte ausgewählt werden, die zu dem gewünschten Trainingsziele passen. Nachfolgend gibt es ein paar Beispiele für mögliche Ziele einer Trainingseinheit:

  • Verbesserung des Passspiels
  • Schussgenauigkeit verbessern
  • Kommunikation stärken
  • Standards einstudieren
  • Zweikampfverhalten erlernen
  • Flanken präzise schießen und verarbeiten
  • usw…

Es gibt natürlich viel mehr mögliche Ziele, diese musst du aber individuell für dein Team festlegen

Rahmenbedingungen in Planung einbeziehen

Es gibt viele Faktoren, die eine Trainingseinheit beeinflussen können. Neben dem Wetter (z. B. wenig Standzeiten bei Kälte) und den Platzbedingungen sind auch die Anzahl und Positionen der anwesenden Spieler zu beachten. Aber auch das Können und das Alter des Teams sollte nicht unbeachtet gelassen werden. Besonders im Kinder- und Jugendbereich sollte sich an den Vorgaben des DFB orientiert werden, damit die jungen Spieler eine gute und vielseitige Ausbildung erhalten.

Mach dir vor dem Training eine Liste des benötigten Materials, damit du zeitsparend agieren kannst. Nichts ist ärgerlicher, als benötigtes Material zu vergessen und dadurch eine Verzögerung im Trainingsablauf zu haben.

Damit du während der Umbauphasen im Training nicht die Aufmerksamkeit des Teams verlierst, sollten Übungen ausgewählt werden, bei denen möglichst wenig umgebaut werden muss. Besonders wenn du alleine das Training leitest, wird das dir sehr viel Zeit und Nerven während der Einheit sparen.

Aufbau einer Trainingseinheit

Der Aufbau einer Trainingseinheit sollte gut strukturiert sein, damit immer klar ist, was getan werden soll. Dabei wird das Training in 4 verschiedene Phasen aufgeteilt, welche ich dir hier einmal vorstellen werde.

Phase: Warm-Up

Diese Phase ist sehr wichtig um die Fußballer physisch und psychisch auf das Training vorzubereiten. Beim Warm-Up wird der Körper mobilisiert und der Kreislauf aktiviert. Diese Phase sollte etwa 20 Minuten dauern. Die Aufwärmübungen können bereits an das Trainingsziel angepasst werden.

Im Warm-Up können gut Übungen wie die Laufschule, freies Dribbeln mit Zusatzaufgaben oder auch kognitive Übungen eingebaut werden. Aber auch bewegungsintensive Passspiele eignen sich sehr gut um die Muskeln aufzuwärmen.

Zum Abschluss sollten sich die Spieler noch dynamisch Dehnen. Vom statischen Dehnen sollte in dieser Phase abgesehen werden, da dieses durch hohen Energieverbrauch die Trainingsleistung verringern kann und das Verletzungsrisiko möglicherweise steigert.

Während des Dehnkreises haben wir uns im Team angewöhnt, kurz die aktuellen Themen anzusprechen. So geht insgesamt weniger Zeit für die Besprechung verloren und es bleibt mehr für das Training über.

Phase: Hauptteil (Hinführung zum Trainingsziel)

Im Hauptteil der Trainingseinheit sollen die im Trainingsziel festgelegten Fähigkeiten geübt werden. Hier bieten sich Übungsformen an, welche den Schwerpunkt trainieren. Der Hauptteil sollte zwischen 25 und 40 Minuten dauern.

Du als Trainer achtest in dieser Phase besonders auf die korrekte Ausführung der Übung und korrigierst die Spieler bei Bedarf. Für die Korrektur bietet sich an die Übung einzufrieren, damit die volle Aufmerksamkeit bei der Erklärung liegt. Sollten die Spieler über- bzw. unterfordert sein, versuch den Schwierigkeitsgrad anzupassen.

Nach 1-2 Probedurchläufen kannst du die Übungen auch als kleinen Einzel- oder Teamwettbewerb durchführen lassen. Das erhöht häufig noch einmal die Motivation und Einsatzbereitschaft.

Phase: Schlussteil (Anwendung des im Hauptteil gelernten)

Im Schlussteil wird das im Hauptteil geübte noch einmal in einer Spielform oder in einem Abschlussspiel vertieft. Der Schlussteil sollte etwa 25-40 Minuten dauern, je nach Dauer der Hinführung. Bei den meisten Teams dürfte ein Abschlussspiel die beliebteste Variante sein. Damit in dem Abschlussspiel der Trainingsschwerpunkt geübt wird, kannst du als Trainer auch Vorgaben machen. Wenn zum Beispiel der Schwerpunkt Flankentraining war, kann die Vorgabe in einem Spiel beispielsweise sein, dass Tore nach einem Flankenlauf doppelt zählen.

Du als Trainer legst deinen Beobachtungsschwerpunkt auf das in dieser Trainingseinheit gelernte. Auch im Schlussteil des Trainings solltest du die Szene mit einem Freeze pausieren, um Dinge zu erklären oder zu korrigieren.

Phase: Cool-Down

Diese Phase braucht nur wenige Minuten lang sein. Der Cool-Down ist wichtig, damit der Körper nicht von 100 auf 0 runterfährt. Dadurch können muskuläre Probleme vermieden werden. Häufig wird einfach ein wenig locker ausgelaufen und dann der Platz aufgeräumt.

Allgemeine Tipps zur Trainingseinheit

Nachfolgend gibt es noch ein paar Tipps für die tägliche Trainingsarbeit.

Kommunikation auf dem Platz

Gute Kommunikation ist das A und O auf dem Platz. Das gilt besonders für dich als Trainer. Die Aufgabenstellungen müssen klar formuliert sein, damit das Team weiß, was es zu tun hat. Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, dem Team in der Übungserklärung noch in einem Satz zu erkläre, was das Ziel dieser Übung ist.

Versuch die Spieler so gut es geht positiv zu bestärken bei gelungenen Aktionen. Bei misslungenen Aktionen hingegen macht es keinen Sinn die Spieler einfach nur niederzumachen. Sowas sehe ich leider sehr oft auf Trainingsplätzen. Sag nicht einfach „Ganz schlecht XYZ“, sondern zeige dem Team oder den Spieler Lösungsvorschläge auf. So lernt das Team deutlich mehr!

Durch deine Kommunikation solltest du versuchen den Leistungsdruck zu reduzieren. So können deine Spieler befreit aufspielen. Leistungsdruck ist oft kein guter Ratgeber und kann die Leistung und Entwicklung hemmen.

Anpassung des Schwierigkeitsgrads

Es kann im Training immer mal wieder passieren, dass eine Übung zu schwer oder zu leicht ist. Damit die gestellten Aufgaben das Team nicht überfordert oder langweilt, können Übungen meistens durch nachfolgende 3 Faktoren erschwert oder erleichtert werden.

Druck

Mehr Gegenspieler bedeutet mehr Druck für die Spieler. Durch das Steuern von Über- und Unterzahlsituation kann der Schwierigkeitsgrad gut angepasst werden.

Platz

Ein kleineres oder größeres Spielfeld kann großen Einfluss auf die Schwierigkeit einer Übung haben. So kannst du für deine Trainingsgruppe das Level leicht anpassen.

Zeit

Versuche die Zeit für die Ballannahme und Verarbeitung zu verlängern oder zu verkürzen, um den Schwierigkeitsgrad für deine Spieler entsprechend anzupassen.

Wichtig in den Trainingseinheiten ist, dass systematisch immer von einfach zu schwer sowie von bekannt zu unbekannt trainiert wird. Dadurch wird eine Überforderung und eine Frustration der Spieler verhindert.

Freeze für Korrekturen und Lob

Wenn deine Spieler mitten in der Übung sind, kann es schnell passieren, dass kurze Korrekturen überhört werden. Wenn du die Szene einmal stoppst, hast du die volle Aufmerksamkeit der Trainingsteilnehmer und kannst einmal ruhig erklären, wie die gestellte Aufgabe korrekt durchgeführt wird. Du hast hier auch die Möglichkeit einmal etwas vorzumachen, damit das Team einmal praktisch sieht, was du von ihnen möchtest.

Wenn eine Szene mal besonders gut gelungen ist, kann durchaus auch ein Freeze genutzt werden, um ein Lob auszusprechen oder die Situation noch mal allen zu erklären.

Sei mittendrin im Geschehen

Ich sehe immer wieder Trainer, die während Übungen sich am Spielfeldrand befinden. Sinnvoller ist es dicht am geschehen zu sein. Ihr könnt dann viel besser das Team ansprechen und müsst bei einem Freeze nicht erst über den halben Platz laufen, um etwas zu erklären.

Konditionstraining mit Ball

Es gibt immer wieder Trainingsinhalte, wie zum Beispiel Konditionstraining, die nicht so beliebt sind. Ganz oft wird hier das Team einfach um den Platz gejagt. Das baut zwar Ausdauer auf, macht aber den wenigsten Spaß. Deutlich motivierender ist es, wenn du Spielformen mit Ball nutzt für das Konditionstraining. Das ist meistens auch deutlich realitätsnäher als einfach nur im Kreis laufen und fördert gleichzeitig noch den Umgang mit dem Ball.

Contest-Form erhöht Einsatzbereitschaft

Motivation und vollen Einsatz kannst du durch Contest-Formen fördern. Nach 1-2 Probedurchläufen bietet es sich hier und da an einen Einzel- oder Teamwettbewerb durchführen zu lassen. Nach meiner Erfahrung sind die Spieler immer noch einen Tick mehr motiviert, weil der Siegeswille geweckt wird.

Arbeite ohne Bestrafungen

Es gibt Trainer, die bei misslungen Aktionen Strafen (z. B. 10 Liegestützen) aussprechen. Das ist nicht so förderlich für die Motivation. Besonders schwächere Spieler sind dann häufiger von solchen Strafen betroffen. Das ist für diesen Menschen sehr demotivierend.

Versuche lieber durch vorführen und erklären die Fehler bei den Spieler abzustellen. Das wird dir und deinem Team deutlich mehr bringen als nutzlose Bestrafungen.

Schlechte Trainingseinheiten selbstkritisch sehen

Es wird immer mal wieder Trainingseinheiten geben, welche nicht wie gewünscht ablaufen. Die Gründe dafür können sehr vielfältig sein. Die Schuld liegt dabei selten beim Team. Nach solchen misslungenen Einheiten hinterfrag einmal, was schiefgelaufen ist. Ein paar mögliche Fragen, welche du dir stellen kannst, lauten:

  • War die Ansprache vielleicht nicht klar?
  • Warst du vielleicht abgelenkt und nicht mit vollem Fokus beim Team?
  • Hast du unerwünschtes Verhalten nicht unterbunden?
  • Bist du gut auf das Training vorbereitet gewesen?

Es gibt natürlich noch viele weitere Gründe, weshalb ein Training nicht wie gewünscht läuft. Versuche zu analysieren, woran es gelegen hat. Nur so kannst du aus schlechten Trainingseinheiten wertvolle Lehren für die Zukunft ziehen.

Was ist der Unterschied zwischen Übungsform und Spielform?

Auf dieser Seite erläutere ich für euch, worin der Unterschied zwischen Übungsform und Spielform liegt. Ich zeige auch anhand eines Beispiels den wesentlichen Unterschied der beiden Varianten.

Übungsform zum Erlernen von Fähigkeiten

In der Übungsform gibt es eine Aufgabe, die immer wieder wiederholt wird. Durch die Wiederholungen wird die trainierte Fähigkeit langfristig verbessert. Als Trainer kann hier gut beobachtet und korrigiert werden.

Wenn du zum Beispiel den Innenrisspass üben lassen willst, stelle 2 Spieler gegenüber und die passen immer mit dem Innenriss hin und her. Das ist allerdings keine sehr komplexe Übung und auch nicht sehr spielnah. Übungsformen kommen überwiegend im Hauptteil des Trainings zum Einsatz und dienen als Hinführung zur Spielform.

Spielform als spielnahe Übung von Fähigkeiten

Eine Spielform ist komplexer als die Übungsform und ist oft im Schlussteil einer Trainingseinheit vorzufinden. Hier werden die Fähigkeiten in spielnahen Situationen oder auch in einem Spiel geübt. Hier kommt auch immer wieder der Wettbewerbscharakter durch.

Wir bleiben einmal bei dem Beispiel Innenrisspass. Ein Spiel 4 gegen 4 auf einem begrenzten Feld eignet sich super um diese Passtechnik anzuwenden. Allerdings wird hier in der Spielform viel mehr von den Spieler verlangt, also nur den Pass zu spielen. Laufen, Dribbeln, Anbieten, Zweikämpfe, Kommunikation, Teamspiel usw. sind ebenso Bestandteil dieser Übung. Das sind Techniken, die natürlich auch in jedem Fußballspiel zum Tragen kommen.

Mein Fazit zur Spielform bzw. Übungsform

Die Spielform ist durch ihre Komplexität sehr viel attraktiver als die Übungsform. Sie simuliert einen Ausschnitt eines Fußballspiels und trainiert viele verschiedene Fähigkeiten. Die Übungsform hingegen ist besser geeignet um neue Techniken zu lernen, da sich die Spieler nur auf die eine Aufgabe konzentrieren müssen. Ich hoffe ich konnte euch den Unterschied zwischen Übungsform und Spielform näher bringen.

Wie kann ich Torhüter ins Training einbinden?

Ganz häufig werden Torhüter beim Training komplett „vergessen“. Die Gründe dafür sind vielseitig. Viele Teams haben zum Beispiel keine Trainer für diese Position. Wenn du auch noch allein ein Team betreust, dann ist es schwierig den Anforderungen von Feldspieler und Torhüter gerecht zu werden.

So passiert es ganz häufig, dass Torhüter einfach nur im Tor stehen und warten, dass ein Ball vom Team angeflogen kommt. Wenn du als Trainer allein ein Team trainierst, ist es schwer die Torhüter vernünftig mit ins Training einzubinden, ohne das restliche Team zu vernachlässigen.

In diesem Artikel zeige ich dir ein paar Möglichkeiten, wie auch die Schlussfrau bzw. der Schlussmann gut in das Training einbezogen werden.

Organisationsformen des Torhüter Training

Hier gebe ich dir einmal einen Überblick, welche Möglichkeiten es gibt die Torhüter zu trainieren. Hierfür zeige ich einmal die Vor- und Nachteile von 4 verschiedenen Organisationsarten.

Einzeltraining

Einzeltraining ist besonders dann geeignet, wenn du jemanden hast, der die Torhüter einzeln trainieren kann. Wenn du allein bist, gibt es noch die Lösung zum Beispiel 30 Minuten vor oder nach dem Training einmal separat zu trainieren oder gar einen extra Tag dafür zu nutzen.

Der wesentliche Vorteil vom Einzeltraining ist, dass auf die individuellen Bedürfnisse der Torhüter eingegangen werden kann. Zudem ist die Belastung gut steuerbar. Der Nachteil, es können kaum komplexe Übungsformen trainiert werden.

Gruppentraining

Von Gruppentraining redet man, wenn mehr als ein/e Torhüter am Training teilnimmt. Hier lassen sich die Trainingsinhalte besser an das Haupttraining der Feldspieler anpassen. Es können auch deutlich komplexere Übungen durchgeführt werden als beim Einzeltraining. Allerdings ist im Gruppentraining die Belastungssteuerung schwieriger.

Wie beim Einzeltraining muss eine Person die Gruppe anleiten können, ansonsten wird auch diese Trainingsform nur schwierig mit dem Haupttraining kombinierbar sein.

Inseltraining

Vom Inseltraining spricht man, wenn die Keeper zwischen der Spielform im Haupttraining und einem Einzeltraining hin und her springt. Hier werden ebenfalls mehrere Torhüter benötigt, da im Normalfall in der Spielform immer das Tor besetzt sein sollte.

Diese Art der Organisation hat allerdings auch Nachteile. Es wird jemand benötigt, der oder die das Einzeltraining durchführt. Zusätzlich bleibt wenig Zeit für Erklärungen und die Belastung der einzelnen Torhüter kann ungleich sein, da die Spielform ja nicht immer eine gleichmäßige Belastung gewährleistet.

Integratives Training

Beim Integrativen Training trainieren Torhüter und Feldspieler gemeinsam, was gut für den Teamgeist ist. Hier können Trainer wunderbar spielbegleitend coachen.

Außerdem können auch Situation trainiert werden, welche deutliche schwieriger sind, als das im Spiel zu erwarten wären. Dadurch kann das Lösen von Spielsituationen während eines Spiels deutlich leichter fallen.

Regelmäßiges Training für Torhüter ist wichtig!

In den ersten Monaten meiner Trainerlaufbahn haben wir unsere Torhüterin leider auch nicht richtig gefordert und gefördert, doch da wir glücklicherweise zu zweit sind, gibt es bei uns inzwischen regelmäßig kurze Einzeltrainings und auch Integrative Trainingseinheiten für Torhüter. Nach den ersten Einheiten konnten wir bereits erste Fortschritte im Torhüterin-Spiel erkennen.

Auch du solltest dringend darauf achten, dass deine Nummer 1 im Training nicht vernachlässigt werden. Wenn du allein ein Team trainierst, musst du manchmal etwas kreativ werden. Biete zum Beispiel eine extra Trainingszeit an oder schau ob die Torhüter früher kommen oder später gehen können. Aber auch der Ansatz des Integrativen Trainings wird dir sicher weiterhelfen. Gestalte deine Übungen entsprechend.

Wenn du das Glück hast mehr als eine Spieler für das Tor zu haben, kannst du die Gruppe auch mal alleine Übungen machen lassen. Idealerweise erklärst du kurz die Aufgabe und dann können die Torhüter auch mal unter sich trainieren.

Du siehst, auch wenn es ggf. ohne Torwarttrainer manchmal schwierig sein kann, gibt es immer Lösungen für das Training von Torhüter. Es Bedarf halt nur einer guten Trainingsvorbereitung.

Coaching-Wörter zur Teamkommunikation

Wenn ihr neu im Trainer Business seid, kennt ihr bestimmt die Problematik der Kommunikation am Spielfeldrand. Ihr redet viel, aber niemand hört euch, weil ihr einfach zu viel redet. Helfen können da zum Beispiel Coaching-Wörter.

Hierbei legt ihr mit eurem Team ein paar Kommandos fest, welche das Team dann auf dem Platz schnell umsetzen kann, auch wenn ihr nur 1-2 Wörter sagst.

Habt vertrauen in euer Team!

Generell gilt erstmal, habt vertrauen in euer Team. Meistens findet es eigene Lösungen auf dem Platz, um eine Situation zu lösen. Daher solltet ihr auch nicht dauerhaft von außen coachen. Das kann die Kreativität des Teams hemmen, was wiederrum sehr nachteilig für das Spiel wäre. Daher nutzt die Coaching-Wörter mit Bedacht.

Wie sollten Coaching-Wörter aussehen?

Die Kommandos sollten kurz und knackig sein. Ideal nur ein Wort, notfalls aber auch zwei oder drei. Diese Wörter solltet ihr vor der Saison einmal festlegen, damit auch alle wissen was gemeint ist. Es bietet sich an 8-12 Coaching-Wörter zu etablieren, diese sollten sich alle merken können. Spätestens, wenn diese ein paar Mal im Training verwendet wurden.

Die Coaching-Wörter sollten immer direkt adressiert sein und nicht pauschal auf dem Platz gerufen werden. Sonst kann es schnell passieren, das 2-3 Spieler auf das Coaching reagieren. Das kann dann natürlich auch zu Kuddelmuddel führen.

Beispiele wie Coaching-Wörter aussehen könnten

Generell gilt, seid kreativ, findet vielleicht auch unkonventionelle Begriffe, damit die Gegner zumindest nicht beim ersten Mal sofort wissen, was gemeint ist. Beispiele könnten folgendes sein:

Ball ticken: Gehe ins 1 gegen 1 und versuche den Ball zu berühren, um die Ballkontrolle des Gegners zu stören.

Tür ist auf: Das Zentrum ist frei und kann bespielt werden. Im Zentrum wird es immer gefährlich, also nutzt dort entstandene Lücken.

Augen auf: Mitspieler ist frei, schau dich um und finde eine Lösung. Genauer würde ich das nicht definieren oder reinrufen, um die Kreativität nicht zu unterbinden. Aber wenn die ballführende Person weiß, dass es Lösungen gibt, wird sie diese auch suchen und idealerweise finden.

Freie Fahrt: Lauf schnell auf das Tor zu, du bist gerade ungestört. Die Erfahrung zeigt das eine Anfeuerung in solchen Situationen durchaus bewirken kann, dass die ballführende Person schneller wird.

Mitlaufen: Versucht die Gegner nur mit dem Körper zu bedrängen und so vielleicht Richtung Seitenaus zu drängen. Nicht immer muss eine erfolgreiche Abwehraktion auch eine Ballberührung haben.

Unterstützen: Mitspieler, die in der Nähe ist, helfen durch z. B. doppeln eines Gegners.

Nutzt also gerne solche Coaching-Hilfe!

Hier seht ihr nur ein paar Beispiele, was so alles möglich ist. Der Kreativität sind dabei fast keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass ihr die optimale Lösung zusammen mit dem Team entwickelt, damit auch alle wissen, was von ihnen gewollt ist.

Nutzt ihr bereits Coaching-Wörter und wenn ja, welche? Vielleicht findet ihr das aber auch albern und ihr macht was ganz anderes. Dann schreibt gerne in die Kommentare, wie eure Lösung für das Coaching während eines Spiels aussieht. Ich bin da sehr neugierig!

Aufgaben von Fußballtrainer rund um das Spiel

Ihr als Trainer habt während eines Spiels viele Aufgaben. Hier erhaltet ihr einen groben Überblick, welche Aufgaben vom Trainer bzw. von der Trainerin an Spieltagen erledigt werden müssen.

Wichtig ist mir zu sagen, diese Aufgaben können von Verein zu Verein und teilweise auch von Team zu Team unterschiedlich ausfallen. Das hängt auch immer davon ab, wie groß das Funktionsteam (Co- und Torwarttrainer, Teambetreuung, Abteilungsleitung etc.) drumherum ist.

Fangen wir jetzt aber einmal ganz am Anfang an, nämlich vor dem anstehenden Spiel.

Aufgaben des Fußballtrainer vor einem Spiel

Rechtzeitige Kaderabfrage

Als erstes solltet ihr 3-4 Tage vor dem Spiel den Kader abfragen. Warum so früh? Ganz einfach! Wenn nicht genügend Spieler da sind, kann so noch versucht werden mit dem Gegner eine Verschiebung des Spiels zu vereinbaren. Das sollte aber so früh wie möglich geklärt werden.

Kader und Aufstellung im DFB.net eintragen

Wenn der Kader und die Aufstellung soweit klar ist, stellt ihr diese im Spielbericht in der DFB.net App ein. Das sollte bis eine Stunde vor Anpfiff erledigt sein, gerne auch etwas früher. Ich trage den Kader meistens am Tag vor dem Spiel schon ein und gebe diesen dann am Spieltag nur noch frei.

Wenn der Schiedsrichter darauf besteht, müsst Ihr den Spielbericht auch noch ausgedruckt zur Verfügung stellen.

Material zusammensuchen

Wann ihr das einplant, müsst ihr selbst schauen. Den optimalen Zeitpunkt dafür vorgeben ist schwierig. Wichtig ist, dass ihr vor dem Warmup den Sanitätskoffer und die Kühlbox vorbereitet sowie das Aufwärmmaterial und die Spielbälle bereitlegt.

Wenn noch Tore aufgebaut werden müssen oder das Spielfeld vorbereitet werden muss, dann sollte dieses möglichst früh passieren.

Das Team auf das Spiel vorbereiten

Das Team sollte sich vor dem Spiel pünktlich umgezogen und fertig vorbereitet haben (Tapen, Schmuck raus, Brille gegen Kontaktlinsen tauschen etc.). Je nachdem wie es für euren Ablauf besser passt, macht ihr vor oder hinterher die Spielvorbesprechung. Während dieser (möglichst motivierenden) Ansprache an das Team wird auch die Aufstellung und die Taktik dem Team mitgeteilt

Schiedsrichter betüddeln (ggf. auch nach dem Spiel)

Ohne Schiedsrichter geht nix im Fußball. Also seid nett. Sie bzw. er freut sich sicher über eine Flasche Wasser in der Kabine, die Bezahlung sollte schnell und unkompliziert vonstattengehen und nach dem Spiel eine Wurst und ein Bier oder Kaffee bereitet sicher auch Freude. Behandelt Schiedsrichter mit dem gebührenden Respekt. Das wird auf dem Platz sicher auch kein Nachteil für euch sein.

Wenn kein*e Schiedsrichter auftaucht, muss eine*r organisiert werden. Der Heimverein steht hier in der Verantwortung. Die alternative Person muss von beiden Teams abgesegnet werden. Im Notfall kann das ein eigener Schiri sein oder auch ein Zuschauer, solange beide Seiten mit diesem Menschen an der Pfeife einverstanden sind.

Warmup und Einlauf

Vor dem Spiel muss das Team das Warmup durchführen. Dieses sollte auf 20-25 Minuten beschränkt werden, um nicht zu viel Konzentration und Kraft für das Spiel zu verlieren.

Es bietet sich an vor der Saison einen Ablauf zu entwickeln und die einzelnen Bausteine des Warmups dann durch das Team selbst durchführen zu lassen. Die Leitung der Übungen kann dann z. B. die Kapitänin bzw. der Kapitän übernehmen. Als Trainer dienst du dann nur noch als Aufsicht und korrigierst bei Bedarf. Ob das für dich und dein Team so infrage kommt, musst du aber selbst entscheiden.

Es folgt nun der Einlauf. Im Anschluss gibt es zur letzten Einstimmung den Teamkreis, achte darauf das auch alle Reservespieler mit in den Kreis kommen. Sie sind ebenso wie die Startelf ein wichtiger Teil des Teams. Auch hier kannst du als Trainer dich rausziehen. Die Kapitänin bzw. der Kapitän bekommt das sicherlich auch super hin und das Team kann sich noch einmal ganz auf sich selbst besinnen.

Organisiert euch gut und alles ist entspannt

Wie ihr seht, kommt einiges vor dem Spiel auf euch als Trainer zu. Es klingt aber aufwendiger als es in Wirklichkeit ist. Wenn einmal ein guter Ablauf gefunden wurde, läuft das fast wie von allein. Bindet euer Team mit ein, wenn es Co-Trainer, Betreuer oder Fußballobmann bzw. Fußballobfrau gibt, werden die euch sicher auch Aufgaben an Spieltagen abnehmen. Ein gut organisierter Ablaufplan wirkt wahre Wunder!

Aufgaben während des Spiels und in der Halbzeitpause

Während des Spiels sind die Aufgaben vom Trainer bzw. von der Trainerin sehr spannend und manchmal auch ein wenig nervenaufreibend. Aber dennoch ist das der Zeitpunkt, an dem ihr am besten den Erfolg eurer Arbeit erkennen könnt. Der schönste Erfolg ist natürlich ein gewonnenes Spiel. Wenn ihr aber ein Team aus dem Tabellenkeller leitet, versucht euren Erfolg nicht über die Punkte zu definieren, sondern anhand des Lernfortschritts des Teams. Solange sich das Team verbessert, seid ihr meistens auf dem richtigen Weg.

Reservebank bei Laune halten

Ein Thema ist, das bei Laune halten der Spieler auf der Bank. Wenn die über das Spiel gut gelaunt sind und auch Wertschätzung erfahren, auch wenn Sie gerade nicht auf dem Feld stehen, dann werden Sie sicher auch bessere Leistung bringen, wenn Sie dann in das Spiel gebracht werden.

Erstversorgung bei Verletzungen

Dinge, die keiner mag, die aber im Fußball leider nie auszuschließen sind – Verletzungen. Sofern ihr niemanden im Funktionsteam habt, der darauf spezialisiert ist, müsst ihr die Erstversorgung bei Verletzungen vornehmen. Wichtig ist dabei ruhig zu bleiben und vor dem Spiel die Erste-Hilfe-Tasche und die Kühlbox vorbereitet zu haben.

Als kleinen Tipp am Rande, nehmt immer ein paar Trinkflaschen mit auf den Platz, wenn ihr wegen einer Behandlung das Spielfeld betreten müsst. So können die Spieler sich kurz erfrischen, ohne an die Seitenlinie gehen zu müssen.

Coaching des Teams im Spiel

Das Spiel hat 2 Bereiche, die zwei zu spielenden Halbzeiten sowie die Halbzeitpause. Das sind grob die Aufgaben vom Trainer oder der Trainerin.

Während des Spiels

Die Aufgaben vom Trainer oder der Trainerin ist das beobachten und analysieren des Spiels. Gebt dem Team von außen Hilfestellungen, wenn diese benötigt werden. Wichtig ist dabei immer konstruktiv zu bleiben. Wenn etwas immer wieder nicht klappt, zeige deinem Team oder der betreffenden Person andere Lösungen auf. Wildes pöbeln hilft da nicht weiter, auch wenn mal ein grober Fehler auf dem Feld passiert ist.

Übertreibt aber nicht beim Coaching, nutzt kurze klare Ansagen, z. B. mit Hilfe von Coaching-Wörtern und labert dem Team keinen Blumenkohl ans Ohr. Vergesst nicht das Team für gute Aktionen zu loben, auch positives bestärken gehört dazu. Dabei gilt, wohl dosiert einsetzten! Ansonsten nehmen die Spieler das irgendwann auch nicht mehr ernst.

Sofern das Spiel nicht komplett aus dem Ruder läuft, nehmt nur bei Bedarf kleine taktische Änderungen im laufenden Spiel vor. Für große Anpassungen ist die Halbzeitpause besser geeignet.

Ein wichtiger letzter Punkt: Ihr solltet einzelne Spieler für Fehler nicht kritisieren. Das führt häufig dazu, dass diese Spieler nicht wieder richtig in das Spiel kommen und können dann eigentlich auch gleich ausgewechselt werden. Aufmuntern und Lösungen aufzeigen ist hier das bessere Mittel um die Spieler wieder in die Spur zu bringen.

Während der Halbzeitpause

Nutzt die Halbzeitpause maximal aus. Wenn das Wetter es zulässt, bietet es sich oft auch an auf dem Platz zu bleiben. Bei hochsommerlichem Wetter sucht aber gerne ein schattiges Plätzchen, sofern möglich.

Gebt dem Team 2-3 Minuten Zeit zum runterkommen, bevor ihr das Team zutextet. Zeigt hier dem Team Lösungen auf, um das Spiel noch positiv(er) zu gestalten. Falls ihr eh schon haushoch überlegen seid, probiert auch gerne mal etwas Neues aus.

Nicht selten ist weniger mehr. Nehmt nur kleinere Anpassungen vor, motiviert das Team für die 2. Halbzeit und gebt ihnen ggf. neue taktische Anweisungen mit auf den Weg.

Auch hier gilt übrigens, klare Kritik an einzelnen Spieler ist tabu. Handelt immer lösungsorientiert. Wenn ein Fehler passiert ist, weiß der oder die Spieler das meistens am allerbesten. Darauf rumzuhacken hilft da auch nicht weiter.

Aufgaben nach dem Spiel

Nach dem Spiel geht meistens alles recht schnell. Alle sind erledigt und wollen nach Hause oder feiern. Einige Aufgaben vom Trainer oder von der Trainerin müssen aber dennoch erledigt werden. Nützt ja nix!

Abklatschen, Teamkreis und Aufräumen

Nach dem Spiel solltet ihr mit Trainer und Team des Gegners abklatschen. Auch der oder dem Schiedsrichter solltet ihr entsprechend verabschieden. Achtet auch darauf, dass euer Team sich vom gegnerischen Team verabschiedet, ganz im Zeichen des Fairplay-Gedanken.

Anschließend bildet ihr einen Teamkreis mit allen Spieler, vergesst dabei die Reservebank nicht. Das Ganze sollte nun keine lange Nachbesprechung sein, sondern nur ein kurzes Lob oder ein paar aufbauende Worte sein. Idealerweise verlässt niemand völlig deprimiert den Platz, auch wenn das nach Niederlagen manchmal nicht so einfach ist.

Nun sollten einmal alle mit anpacken und den Platz aufräumen und alle Sachen (Trainingsmaterial/Banner/Bälle/Klamotten/Tore etc.) an die dafür vorgesehenen Orte bringen. Nach dem Duschen und Umziehen sollte das Team natürlich noch die Kabine aufgeräumt hinterlassen.

Organisatorisches zum Abschluss

Ihr müsst noch einmal das Endergebnis im DFB.net eintragen und ganz am Ende gibt es dann nur noch wenige Dinge zu organisieren. Dazu könnten unter anderem die Trikot-Wäsche gehören oder auch die Abreise aller Spieler. Getreu dem Motto, niemand bleibt zurück!

Manchmal bietet es sich auch an eine gemeinsame Aktion am Ende zu starten. Gern genommen ist dafür Essen gehen, feiern oder ein Feierabendbierchen am Platz. Das stärkt den Teamgeist! Fertig, nun habt ihr den Spieltag hinter euch gebracht.

Abschließendes Fazit zu den Aufgaben vom Fußballtrainer oder von der Fußballtrainerin

Als Neuling in der Fußballtrainer-Tätigkeit gibt es rund um einen Spieltag vieles zu beachten und zu erledigen. Aber keine Sorge, in den meisten Teams müsst ihr nicht alle Aufgaben wirklich selber übernehmen. Holt euer Team mit ins Boot oder die Menschen rund um das Team, damit die Aufgaben übernehmen. Gemeinsam ist das alles dann problemlos zu erledigen.

Was habt ihr so für Aufgaben an Spieltagen zu erledigen, wie habt ihr euch organisiert und wollt ihr vielleicht ein paar Tipps da lassen? Dann freue ich mich auf eure Kommentare!

Bildquellen: Pixabay (garten-gg – 3891579, 2467183, picselweb – 2042590). Das Trainermappenbild ist von mir.

Kommentare

Eine Antwort zu „Tipps und Hilfestellung für Fußballtrainer-Neulinge“

  1. Richard van Omster

    Ein guter Trainer ist natürlich wichtig für gute Ergebnisse. Es ist interessant zu lesen, welchen Beitrag ein Trainer leisten kann. Mein Neffe freut sich auch auf sein erstes Fußballtraining.

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