Sterbehilfe in Deutschland

Krankenhausflur in Schwarz-Weiß

Die Politiker haben Anfang November über aktive Sterbehilfe abgestimmt. Sie wurde in Deutschland verboten.

Das Ergebnis ist für mich erwartungsgemäß ausgefallen. Die Mehrheit stimmte für ein absolutes Verbot der (geschäftsmäßigen) Sterbehilfe. Ich persönlich hätte mir hierbei eine andere Lösung gewünscht. Insbesondere, weil ich viele Argumente der Sterbehilfe nicht teile. Speziell religiöse Gründe kann und will ich nicht anerkennen.

Ich habe mir zu diesem Thema ein paar weitere Gedanken gemacht. Das verändert meine Meinung nicht fundamental. Aber es kommt trotzdem die Frage auf, ob die Entscheidung des Bundestages vielleicht auch positive Seiten bietet.

Vorab, ich bin auf dem Gebiet nur mäßig bewandert. Es handelt sich nur um meine persönliche Meinung. Jene basiert auf der Vorstellung, wie ich handeln wollen würde, falls es mir so beschissen geht.

Erst einmal ein Zitat aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland:

Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Ich stelle mir nun ernsthaft nachfolgende Fragen:

  • Ist es würdevoll, elendig an Krebs zu verrecken?
  • Ist es würdevoll, einen Sterbenden in einem Hospiz auf seinen Tod warten zu lassen?
  • Ist es würdevoll, wenn man voller Schmerzen im Bett liegt und sich den Tod herbei wünscht – Tag für Tag?
  • Ist es würdevoll, wenn Familien einen geliebten Menschen so aus dem Leben gehen sehen?

Diese Situationen sind meines Erachtens alles, nur nicht würdevoll! So die letzten Tage, Wochen und Monate meines Lebens hinnehmen zu müssen, wäre ganz gewiss ein Alptraum!

Die Vorstellung zu einem Zeitpunkt, an dem man noch halbwegs klar ist im Leben, sich von Familie und Freunden verabschieden zu können und dann in Ruhe einzuschlafen, erscheint mir deutlich würdevoller.

Jemanden in seiner Selbstbestimmung so einzuschränken, finde ich nicht richtig! Daher bin ich der Meinung, dass es dafür eine Lösung von Staat geben muss. Da Sterbehilfe in der Praxis nur todkranken Menschen zugestanden wird, sehe ich hier auch keine ethischen oder moralischen Bedenken.

Religiöse Aspekte (Gott gibt Leben – Gott nimmt leben etc.) sind aus meiner Sicht nichtig. Zum einen wegen der theoretisch vorhandenen Trennung von Staat und Kirche, zum andern gibt es auch ein Recht auf Religionsfreiheit. Ich glaube nicht an Gott, ich glaube nicht an was Höheres dort oben. Von daher haben diese Argumente für mich keine Bedeutung.

Wer die religiösen Aspekte für sich entscheidend findet, wird ja nicht gezwungen, die Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Auch das fällt in den Bereich der Selbstbestimmung und Religionsfreiheit.

Apropos gezwungen, da komme ich zu den Gedanken, der mich nachdenklich macht.

In dieser Gesellschaft, in der alles nur noch um Kostenminimierung geht, hätte ich Sorge, dass zu schnell seitens Krankenkassen etc. entschieden wird, an z. B. älteren Menschen wichtige OPs nicht mehr zu bezahlen. Getreu dem Motto, lohnt ja nicht mehr und wenn er sich quält, gibt es ja noch Sterbehilfe. Das ist hoffentlich ein sehr schwarzmalerischer Gedanke, aber in dieser kranken kapitalgesteuerten Gesellschaft halte ich sowas für möglich.

Wie steht Ihr zur aktiven Sterbehilfe, erlauben oder verbieten? Wie würdet Ihr entscheiden und warum? Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen.

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