Es lebe die Demokratie: Hamburg stimmt gegen Olympia 2024

Mopo Traueranzeige für Olympia

Endlich gibt es Gewissheit. Am 29.11.2015 wurde von den Bürgern der Stadt Hamburg abgestimmt, ob diese sich für Olympia 2024 bewerben soll.

Das Endergebnis überrascht mich ein wenig. Trotz einer absoluten Mediendominanz der Pro-Olympia-Bewegung, haben 51,6 % gegen eine Olympia-Bewerbung der Stadt Hamburg gestimmt.

In einem zutiefst demokratischen Akt hat die Stadt Hamburg gegen die Olympia-Bewerbung 2024 abgestimmt. Was dieses Ergebnis in den Medien und Sozialen Netzwerken losgetreten hat, schockiert mich zutiefst.

Die Twitter-Eskalation

Das Wahlergebnis zeigt, das sehr viele der Pro-Olympia-Anhängern den Gedanken der Demokratie verabscheuen. Selten so schlechte Verlierer gesehen. Hier mal ein paar meiner Highlights bei Twitter von Sonntag Abend:

Dieses ist übrigens nur eine Kleinstauswahl an Hass, der sich bei Twitter entladen hat. Sparschaler hat am Montag noch mal perfekt zusammengefasst, was wir Nein-Wähler für die Verlierer einer Demokratischen Wahl sind:

Tja, Demokratie ist halt nicht jedermanns Sache. Ein klarer Beweis dafür, dass mehr Geld für Bildung investiert werden muss. Sind ja jetzt 200.000.000 Euro jährlich über. Damit sollte man überragende Jugendarbeit und traumhafte Bildungsangebote realisieren können. Für weitere soziale Aufgaben sollten dabei auch noch ein paar Euro über bleiben.

Na gut, da ich ausnahmsweise mal Mitglied der Mehrheit bin, war der Abend für mich natürlich leicht zu ertragen. Das King Olaf so flott klare Verhältnisse geschaffen hat, finde ich sehr gut. Nun hat der Senat endlich Zeit und Geld sich um die wirklich wichtigen Themen unseres geliebten Provinznestes Hamburg zu kümmern.

Michael Stich im NDR Sportclub

Kleine Anekdote zum Thema Nörgler und Miesmacher:

Natürlich war auch die Sportpromininenz enttäuscht. Ist auch ok und verständlich. Aber wie man der Stadt Hamburg Sportbegeisterung absprechen kann, verstehe ich absolut nicht. Michael Stich ist der Meinung, dass (sportliche) Großereignisse in Hamburg nun generell hinterfragt werden müssen. Als Beispiel nannte er dabei den HSV und den Hamburger DOM. Ja ne, was für einen merkwürdige Schlussfolgerung.

Hamburg hasst Sport…

Häufig liest und hört man auch, dass die Hamburger sich gegen den Sport entschieden haben. Eine abenteuerliche These.

Wir haben in Hamburg

  • 2 Profi-Fußballvereine,
  • ein Profi-Eishockey-Verein,
  • ein Profi-Handball-Team,
  • ein Profi-Basketball-Team,
  • Marathonveranstaltungen,
  • Radrennen,
  • und vieles mehr.

Ganz ehrlich, man kann sicher nicht ersthaft meinen, dass sich die Stadt Hamburg gegen Sport positioniert hat.

Die Mopo und der Griff ins Klo!

Eigentlich alles gut soweit, nur leider habe ich Montagmorgen am Kiosk die Mopo von heute gesehen. Das Titelbild macht mich fassungslos und wütend zugleich!

mopo-todesanzeige-olympia

 

Die Hamburger Morgenpost hat nichts besseres zu tun, als in Zeiten von Paris, Krieg und Elend eine Todesanzeige für eine Sportveranstaltung auf das Titelblatt zu nehmen. Meiner Meinung nach ein Schlag in die Fresse für alle Kriegs- und Terroropfer. Wer auch immer dafür verantwortlich ist, sollte dringend mal sein Hirn einschalten!

Was ist überhaupt passiert?

Im Endeffekt ist nichts passiert. Da Hamburg nur einer von vielen Bewerbern war, ist nicht mal klar, ob Hamburg Olympia überhaupt bekommen hätte. Man stelle sich vor, man hat die mit Abstand teuerste, tollste und bewegenste Bewerbung von allen. Dann kommt irgendwer der anderen Bewerbern und stellt eine tolle und große Aktentasche auf den Tisch des IOCs und Zack ist das für die Bewerbung investierte Geld für die Tonne.

Oder weiter gedacht. Man hätte die Spiele in Hamburg bekommen, weil der eigene Koffer noch praller gefüllt war. Dann kommt ein Megaprojekt auf Hamburg zu. Auf eine Stadt die mit so einem normalen Konzerthaus (Elbphilharmonie) überfordert ist. In einem Land, bei dem Flughafenbau nicht zwingend zu einem Flughafen führen muss (BER). Übrigens, eine S-Bahn-Anbindung haben die 2 Arenen in Stellingen noch immer nicht. Sollte meines Wissens nach zur WM 2006 schon fertig sein.

Hamburg tönt gerne groß rum, ich glaube aber, die handelnden Personen sind nicht in der Lage, dieses Projekt innerhalb des Budgets zu realisieren. Es ist ja nicht mal klar, wie das ganze Projekt überhaupt finanziert werden soll. Auch erhebliche Preissteigerungen wurden nicht ausgeschlossen. Daher konnte ich (leider) nur mit Nein stimmen, da es kein vertrauenswürdiges Konzept gegeben hat.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.