Italienisches Ehrenmal auf Friedhof Öjendorf

Italienische Ehrenanlage auf Öjendorfer Friedhof

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Auf dem Friedhof Öjendorf findet ihr die italienische Ehrenanlage für italienische Menschen, welche von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Hier erzähle ich euch etwas zu dieser Gedenkstätte.

Die italienische Ehrenanlage

Insgesamt sind knapp unter 6.000 Menschen aus vielen Regionen Deutschlands hierher umgebettet worden. Unter den Toten sind Zwangsarbeiter, Opfer aus dem KZ Neuengamme und Zivilpersonen. Ein 10 Meter hohes Kreuz ist zur Erinnerung aufgestellt worden. Seit 2014 findet ihr an der italienischen Ehrenanlage noch einiges an Informationen zu dieser riesigen Grabanlage.

Hintergrund zu den italienischen Zwangsarbeitern

Nachdem Mussolini abgesetzt wurde, ist Italien aus dem Bündnis mit Nazi-Deutschland ausgeschieden und war somit Feind von Deutschland. 1943 wurden unzählig viele italienische Soldaten durch die Waffen-SS inhaftiert, sofern diese nicht bereit waren, für Hitler in den Krieg zu ziehen. Die Gefangenen wurden dann für die Zwangsarbeit eingesetzt. Das geschah ohne Rücksicht auf die Genfer Konvention. Der Kriegsgefangenenstatus wurde umgangen und die Menschen galten für die Nazis als Verräter und wurden daher so schlecht wie möglich behandelt.

Insgesamt wurden in Hamburg knapp 15.000 italienische Zwangsarbeiter eingesetzt, von denen aufgrund der unmenschlichen Arbeitsbedingungen und der schlechten Versorgungslage viele starben.

Den Besuch des Ehrenmals könnt ihr übrigens ausgezeichnet mit einem Besuch des Öjendorfer Parks verbinden. Der Weg um den See hat einen Zugang zum Friedhof.

Habt ihr dieses Ehrenmal schon einmal besucht? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

Kommentare zu diesem Beitrag

2 Antworten zu „Italienische Ehrenanlage auf Öjendorfer Friedhof“

  1. Albrecht

    Vielen Dank für diese Webseite, auf die ich heute aufmerksam wurde. Sie erinnert mich an eine Begebenheit von 1969, die zwar nicht zu diesem Ort, aber doch genau zum Thema passt. Ich bin direkt nach meiner Schulzeit mit drei Mitschülerinnen / Mitschülern von selbst verdientem Geld nach Rom gefahren. Unterwegs trafen wir einen Landwirt bei seinem kleinen Bauernhof in der Nähe von Rom. Er sprach ein wenig Deutsch, das er offenbar gelernt hatte, als er am Ende des 2. Weltkriegs als Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter in Hamburg gewesen war. Er hatte dort im Hafen in Finkenwerder und in Barmbek Bombenschäden beseitigt. Er begegnete uns mit Herzlichkeit, Offenheit und großer Gastfreundschaft. Für mich bleibt dieser Mensch und diese Begegnung immer in Erinnerung und bedeutet mir Menschlichkeit, Demokratie und das friedliche Zusammenleben im gemeinsamen Haus Europa.

    1. Moin Albrecht, vielen Dank das du dieses Erlebnis mit uns geteilt hast. Ich finde, Erzählungen von Zeitzeugenge sind immer etwas ganz Besonderes! Ich hoffe, wir schaffen es, die Erinnerung lange hoch zu halten, auch wenn die letzten Menschen dieser Zeit in den nächsten Jahren von uns gegangen sind.

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