Am Sonntag machte sich eine Delegation der Magischen Otter auf den Weg zum Auswärtsspiel vom FC St. Pauli auf der Alm.

Der Tag lief dann aber doch ganz anders als erwartet. Ab Minden wollten wir mit der aktiven Fanszene unseres Vereins per Bahn anreisen, doch in Minden kamen die leider nicht an.

WTF – Die Bullen wollten ein Zeichen setzen…

Wir sind mit dem Auto nach Minden gefahren, lief auch erwartungsgemäß ohne Probleme. Wir wollten hier mit der Bahngruppe weiterfahren. Doch schon früh war klar, die Reisegruppe wird nicht über Minden fahren können. Also fuhren wir nach Bielefeld um dort auf die Gruppe zu warten.

Inzwischen hörten wir von Pfefferbullen in Melle und das sich die Ankunft der Reisegruppe stark nach hinten verschiebt. Wir gingen also schon zum Stadion. Gegen 13:00 Uhr gab es erste Infos von dem Polizeikessel und von Polizeischikane.

Solidarität mit den Gefangenen am Bahnhof

Im Stehbereich wurden die Banner umgedreht. Allerdings gab es noch die Hoffnung, dass die Bahnreisenden es doch noch in das Stadion schaffen. Die Stimmung im Block war ganz merkwürdig. Support kam auf Grund der Situation am Bahnhof nicht auf. Nachdem klar war, dass die festgesetzten Sankt Pauli Anhänger nicht mehr ins Stadion kommen dürfen, verließen viele Braun-Weiße aus Solidarität den Gästeblock. Der vordere Bereich der Stehplätze war nachher nahezu leer, zumindest sah das auf den TV-Bildern so aus.

Wir gehörten zu denen, die sich solidarisiert haben, daher wissen wir nicht, was genau noch im Block abging, aber der Support war in Halbzeit 1 komplett gestorben. Das bekam man im Ausgangsbereich schon deutlich mit. Es gab eine Gruppe, die nun zum Bahnhof zurück wollte um sich mit den Gefangenen zu solidarisieren.

Doch nun wurden auch wir ohne jede erkennbare Rechtsgrundlage gefangen gehalten. Die Tore blieben zu und uns wurde das Verlassen des Stadion bis zum Abpfiff untersagt. Da würde mich mal aus juristischer Sicht interessieren, wie so eine Maßnahme begründet werden kann. Die Cops haben die Maßnahme uns gegenüber auf jeden Fall nicht begründet und ruhig gestellte Fragen mit Ignoranz beantwortet. Dienstnummern wollten Sie auch nicht rausgeben. Meines Wissens nach sind sie dazu aber verpflichtet. Ganz großes Kino der Polizei NRW.

Arminia Bielefeld Gegen Fc St Pauli Solidaritaet Mit Gekesselten

Die Ordner von Arminia Bielefeld waren da schon deutlich netter und kommunikationsfreudiger. Aber sie konnten für uns halt nix machen, da die Polizei auf dicke Hose machte.

Die Situation blieb ruhig

Was man aus erster Hand hörte, blieben die gekesselten Fans am Bahnhof Bielefeld trotz der beschissenen Situation mit Schikane und Verpflegungsmangel ruhig und besonnen. Die im Gästeblock eingesperrten Fans blieben ebenfalls ruhig. Soviel zum Thema gewaltbereite Fußballfans. Dabei hätten wir jeden Grund zur Eskalation gehabt.

2 Minuten vor Spielende durften einige endlich aus dem Stadion raus. Viele sind aber noch mal in den Block gegangen um ein lautstarkes „Diffidati con noi“ anzustimmen. Wir gingen zum Bahnhof und was wir dort sahen, war bei weitem kein aggressiver Mob. Die Polizei sperrte den Kessel weiträumig ab. Aus der Ferne sahen die Braun-Weißen Anhänger eher wie ein Häufchen Elend aus als wie Gewalttäter.

Nach über 3 Stunden Kessel zu diesem Zeitpunkt war das allerdings auch kein Wunder. Das Muskelspiel der Cops dauerte noch weitere 3 Stunden. Erst nach 19 Uhr und über 6 Stunden Gefangenschaft konnten sich die Auswärtsfahrer endlich auf den Heimweg machen.

Lesenswerte Infos zu dem Vorfall

Zu den ganzen Geschehnissen vom Tag gibt es noch 2 Links, welche ich euch ans Herz legen möchte:

Besonders besorgniserregend ist der Satz:

Die Bundespolizei NRW wollte nach eigenen Angaben mit diesen Maßnahmen ein „Zeichen“ setzen.

Der Polizeistaat ist nicht mehr fern…

Die Polizei dreht sich jede Situation so hin, dass sie sich als Opfer darstellen können. Dank der verblödeten Medien, denen sensationslüsterne Überschriften wichtiger sind als Journalistische Arbeit, wird das Feindbild Fußballfan auch in der Öffentlichkeit immer weiter gepflegt.

Immer wieder handelt die Polizei unverhältnismäßig, intransparent und nicht selten gegen geltendes Recht. Konsequenzen müssen die Verantwortlichen aber quasi nie tragen. Kein Wunder das viele Cops im Einsatz mindestens genauso scheiße sind, wie vereinzelte Fußballfans.

Was man von mehreren Leuten hört, waren Zigaretten im Zug der Auslöser für diesen ganzen Polizeieinsatz. Klar ist Rauchen im Zug nicht cool, aber hier liegt eine klare Störung in den Köpfen der Polizei vor, wenn wegen sowas in einen Zugwaggon reingepfeffert wird, in dem sich übrigens auch minderjährige befanden. Erinnert mich ganz massiv an die Polizeieskalation beim letzten Schweinske Cup damals.

Das nun halb blinde Menschen die kaum noch Luft bekommen in Panik aus dem Waggon wollen, aus gesundheitlicher Sicht wahrscheinlich sogar dringend müssen, sollte jeder normaldenkender Mensch nachvollziehen können. Wenn die Cops vor Ort dieses dann aber verhindern wollen, kommt es alleine aus der Panik heraus zu Schubsereien. Aber sicher nicht mit dem Gedanken „Hey, ich schubse jetzt mal den Herrn Wachmeister“ sondern eher „Digga lass uns raus, wir bekommen keine Luft mehr“. Hier dann mit Knüppel und noch mehr Pfeffer zu antworten ist unmenschlich und kann auch nicht mehr entschuldigt werden. Ein solches Fehlverhalten im Job kostet normale Arbeitnehmer unter Garantie den Job!

Jeder der ein- oder mehrmals in einem Polizeikessel als Fußballfan gestanden hat wird merken, da geht es oft nicht mit rechten Dingen zu. Die Sesselfurzer, die jetzt in den socialen Medien auf die Fußballfans verbal eindreschen, denkt einfach mal nach, statt Bild und Polizei unkritisch nachzuplappern. Am besten fahrt einfach mal mit eurer Fanszene auswärts. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, nach einigen Touren lernt man, dass die Polizei meistens der Auslöser für Probleme auf Auswärtstouren ist.

Doch leider haben wir Fußballfans keine Lobby und damit wird wahrscheinlich auch dieser Vorfall früher oder später wieder folgenlos zu den Akten gelegt. Ein Staat, in dem die Polizei ungestört schalten und walten kann wie sie will, unterscheidet sich übrigens nicht mehr wesentlich von einem Polizeistaat.

Das Spiel DSC Arminia Bielefeld gegen FC St. Pauli

Ja es gab auch noch Fußball. Hatte im Stadion von der aktiven Fanszene wohl kaum noch jemand Bock drauf. Auch wenn es durchaus schwer fällt die Mannschaft im Stich zu lassen, war meiner Meinung das Block verlassen alternativlos.

Arminia Bielefeld Gegen Fc St Pauli Heimkurve

Spielerisch war das Ganze nicht so schön anzuschauen, Bielefeld ging nach 7 Minuten auch zurecht in Führung. Doch wie so oft konnten die Wechsel bei den Boys in Brown neuen Schwung bringen. So gab es nach Foul an Jeremy Dudziak einen berechtigten Elfmeter, welchen Marvin Knoll in der 49. Minute sicher verwandelte. Der Jubel war auch außerhalb des Blocks groß.

Als dann Mats Møller Dæhli in der 56. Minute zum 1:2 knipste, war der Jubel wieder groß. Die Vorlage kam von dem zur 2. Halbzeit eingewechselten Henk Veerman. Er stand aber scheinbar im Abseits. Das merkte der Schiedsrichter aber nicht.

So ging das Spiel dann auch 1:2 aus und der FC St. Pauli stand zumindest für eine Nacht auf Platz 1 der Tabelle. Krasse Saison bisher, wenn auch nicht immer schön anzuschauen. Nächsten Samstag geht es dann am Millerntor gegen Heidenheim weiter, zwei Wochen darauf geht es dann auswärts nach Regensburg. Mal sehen ob das eine entspanntere Tour für alle Beteiligten wird.

Diffidati con noi!


Konrad

Moin, ich bin Konrad und bin Betreiber dieses Blogs. Meine Interessen sind Roter Stern Kickers 05, FC St. Pauli, Fahrrad fahren, Wordpress und SEO.

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