Gebrauchtes Fahrrad kaufen

Gebrauchtes Fahrrad kaufen – das müsst ihr beachten

Ich persönlich kaufe meine Fahrräder im Normalfall bei dem Händler meines Vertrauens. Ich wurde allerdings mehrfach im privaten Umfeld gefragt, was man bei einem Gebrauchtkauf bei eBay Kleinanzeigen beachten muss. Hier sage ich euch meine Einschätzung, wie ihr ein gebrauchtes Fahrrad am sichersten kauft.

Was wollt ihr mit dem Fahrrad für Touren machen?

Das ist eine Frage, die natürlich auch bei Neurädern wichtig ist. Aber im Fachgeschäft werdet ihr entsprechend beraten. Beim Gebrauchtkauf müsst ihr also für euch erörtern, wollt ihr damit zum Bäcker fahren, über Stock und Stein donnern oder einfach nur gemütlich eine Weltreise unternehmen? Ihr solltet euch vorab Gedanken machen, für welchen Zweck das Fahrrad genutzt werden soll. Wenn ihr z. B. einen Singletrail runterballern wollt, ist es wenig sinnhaft ein Rennrad oder Citybike zu kaufen. Für eine Weltreise ist ein Mountainbike z. B. nicht die beste Wahl, da es oft an Befestigungsmöglichkeiten mangelt.

Überlegt also vor dem Kauf, welcher Fahrradtyp für euch geeignet ist. Hier findet ihr beispielhaft ein paar Fahrradtypen mit geeignetem Einsatzgebiet:

  • Citybike: Eignet sich hervorragend für den täglichen Gebrauch in der Stadt. Es verfügt meistens über eine komfortable Sitzposition. Ideal für kurze bis mittellange Strecken auf flachem Gelände.
  • Trekkingbike: Der Allrounder unter den Fahrrädern. Er eignet sich sowohl für die Stadt als auch für Touren auf unebenem Gelände. Es ist in der Regel robust, komfortabel und bietet eine aufrechtere Sitzposition als z. B. ein Rennrad.
  • Rennrad: Ein Rennrad (alternativ Fitness-Fahrräder oder City-Crosser) ist ideal für schnelles Fahren auf Asphaltstraßen und eignet sich am besten für sportliches Radfahren. Es ist leicht und wendig, aber nicht sehr komfortabel und weniger geeignet für unebenes Gelände. Diese Fahrradtypen sind Sportgeräte.
  • Mountainbike: Das MTB (alternativ Gravel- oder Cyclocross-Bike) ist ein Offroad-Fahrrad, welches sich perfekt für anspruchsvolles Gelände eignet. Es ist robust, hat breite Reifen und meistens eine (Voll-)Federung, um Unebenheiten und Schläge zu absorbieren.
  • Faltrad: Ein Faltrad ist ein kompaktes Fahrrad, das sich einfach zusammenklappen und verstauen lässt. Es eignet sich gut für Pendler*innen oder Reisende, die ein kleines und leichtes Bike benötigen.
  • Reiserad: Speziell für lange Distanzen und umfangreiche Radtouren konzipierte Fahrräder. Diese sind sehr stabil, verfügt über eine bequeme Sitzposition und bietet viel Platz für Gepäck und Ausrüstung.
  • Lastenrad: Speziell für den Transport von schweren Lasten oder Kinder und Hunde konzipiert. Das klassische Lastenrad hat eine Transportbox zwischen Lenker und Vorderrad. Diese ermöglicht den Transport größerer Gegenstände oder Lebewesen. Eine sehr beliebte Alternative zum Auto, besonders in überfüllten Großstädten wie Hamburg.
  • BMX: Ein BMX ist ein kleines Fahrrad mit einem starken Rahmen und breiten Reifen. Das Bike ist hervorragend für Tricks und Sprünge eignet. Es ist ein beliebtes Freizeitfahrrad bei jungen Menschen. Als Kind hatte ich auch eines.
  • E-Bike: Ein E-Bike ist ein Fahrrad mit elektrischer Unterstützung, das ideal für längere Strecken oder Steigungen geeignet ist. Es kann in verschiedenen Fahrradtypen (z. B. Citybike, Trekkingbike oder Mountainbike) erhältlich sein.

Gebrauchtes Fahrrad bei eBay Kleinanzeigen oder anderen Plattformen kaufen

Wenn ihr jetzt wisst, was für einen Drahtesel ihr kaufen wollt, könnt ihr gezielt danach Ausschau halten. Idealerweise sucht ihr in der Region, wo ihr das Fahrrad persönlich begutachten und abholen könnt. Wenn Angebote unrealistisch günstig sind oder die Kleinanzeige nur aus einem Satz besteht, würde ich Abstand von diesen nehmen. Wenn euch eine Anzeige fragwürdig vorkommt, sucht lieber erst mal weiter.

Wenn ihr dann das Fahrrad eurer Träume gefunden habt und es zur Besichtigung und zum Kauf kommen soll, empfehle ich euch folgende Dinge zu beachten:

  1. Hat der Verkäufer einen Eigentumsnachweis (Rechnung etc.) und stimmt die Rechnungsanschrift mit dem Personalausweis des Anbieters überein? Wenn nein, würde ich die Finger davon lassen! Prüfe sicherheitshalber auch die Rahmennummer des Fahrrads, ob die zur Rechnung passt. Lasst euch die Fahrradrechnung im Fall des Kaufes unbedingt mitgeben.
  2. Wurde das Fahrrad regelmäßig zur Wartung gebracht? Das ist z. B. über das Checkheft oder über entsprechende Rechnungen prüfbar. Wenn das Fahrrad noch nicht so alt ist, dann ist dieser Punkt zu vernachlässigen.
  3. Wie ist der Zustand des Fahrrads? Sind die Ritzel noch in Ordnung? Gibt es Auffälligkeiten an Rahmen und Co? Ist ausreichend Bremsbelag vorhanden, um sicher fahren zu können? Haben die Reifen noch Profil oder sind diese rissig? Sind alle Speichen intakt und ist die Felge ohne eine Acht? Das sind nur einige Punkte, auf die man vor der Probefahrt schon mal schauen sollte. Wenn ihr von den Dingen keine Ahnung habt, nehmt sonst gerne jemand mit, der sich besser auskennt.
  4. Macht eine Probefahrt. Achtet dabei auf die Geräusche des Fahrrads und fahrt auch in allen Gängen. Wenn es z. B. im Tretlager knackt oder die Schaltung nicht erwartungsgemäß funktioniert, würde ich das Bike wahrscheinlich nicht kaufen.
  5. Achtet bei der Probefahrt aber auch auf euren Körper. Passt die Rahmengröße zu dir oder ist es zu klein bzw. zu groß? Schlafen dir Finger, Beine oder der Intimbereich ein? Dann wird das Fahrrad auf jeden Fall Folgekosten durch ergonomisches Fahrradzubehör entstehen. Das wäre für mich nicht pauschal ein K.o.-Kriterium. Am Ende müsst ihr aber für euch entscheiden, ob ihr ggf. nach dem Kauf noch Budget über habt. Durch z. B. andere Griffe, Lenker oder Sattel könnten diese Einschlafprobleme beseitigt werden. Aber das kann auch schnell 100-300 Euro kosten, je nach Umfang der Umrüstung.
  6. Wenn ihr euch mit dem Verkäufer einig geworden seid, schließt auf jeden Fall einen Kaufvertrag ab. Solltet ihr trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch mit Diebesgut nach Hause fahren, habt ihr im Ernstfall etwas in der Hand, was euch zumindest von dem Vorwurf des Diebstahls entlaste
    • Anschrift (mit Personalausweis abgleichen)
    • Idealerweise Personalausweisnummer
    • Beschreibung des Fahrrads mit Zubehör
    • Kaufpreis und Zahlungsart
    • Rahmennummer des Fahrrads. Bei E-Bikes auch Akku- und Motornummer
    • Übernahmebestätigung
    • Datum, Ort und Unterschrift

Das wären so die Kernpunkte, welche für mich beim Kauf eines gebrauchten Fahrrads wichtig sind. Falls euch noch mehr einfällt, schreibt eure Ergänzungen oder Fragen gerne in die Kommentare. Ich freue mich auf eure Anregungen.

Welche Fahrräder habe ich und warum waren diese meine Wahl?

Ich fahre zurzeit 2 Fahrräder. Einmal das HNF Nicolai UD3 und das Stevens Strada 600. Viel größer kann der Unterschied zwischen 2 Fahrrädern kaum sein. Aber ich möchte beide nicht mehr so schnell hergeben.

Das HNF Nicolai ist ein Tiefeinsteiger Trekking-SUV-Pedelec mit 65 mm dicken Reifen. Das Fahrrad nutze ich viel im Alltag. Auf dem Drahtesel bin ich sehr gemütlich unterwegs. Das Fahrrad ist wunderbar für die Stadt oder lange Radreisen (auch über Stock und Stein) geeignet. Mein Plan ist es im Jahr 2024 oder 2025 mit dem UD3 vom Bodensee nach Flensburg zu fahren. Darüber werde ich aber noch separat was erzählen.

Das Stevens Strada 600 ist mein Spaßfahrrad. Es war ein richtiger Lustkauf. Es hat keine Federung und 35 mm Slicks drauf. Das Strada ist die Vorstufe zum Rennrad und dient der schnellen und sportlichen Fortbewegung bei einer etwas bequemeren Sitzposition als auf dem Rennrad. Das Fahrrad nutze ich nur bei schönem Wetter, um Sport zu machen oder schnell von A nach B zu kommen, wenn ich nichts mitnehmen muss.

Ich werde euch beide Fahrräder bei Gelegenheit noch genauer vorstellen, aber für einen Ersteindruck sollten die Informationen ausreichen. Bei Fragen schreibt gerne in die Kommentare.

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